11. April 2012

Roman Lob veröffentlicht erstes Album

Berlin (dpa) - Seit Mitte Februar wird Roman Lob mit Lena verglichen. Lena, die alle verzaubert hat. Lena, die den Eurovision Song Contest (ESC) in Oslo allen Ernstes gewonnen hat. Lena, die zur Titelverteidigung antreten durfte. Wie soll man dagegen ankommen?

Roman Lob
Roman Lob wird Deutschland beim Eurovision Song Contest in Baku vertreten. Foto: Michael Kappeler
dpa

Lob, bis zu seinem Sieg in der Nach-Lena-Show «Unser Star für Baku» Industriemechaniker, verhält sich clever: Er probiert es erst gar nicht. Warum auch? Schließlich kommt die Konkurrenz in Aserbaidschan am 26. Mai nicht wie Lena Meyer-Landrut aus Hannover, sondern aus England, Lettland oder der Ukraine.

Gesprächsthema zu sein im Vorfeld des Wettstreits schadet aber nicht, und eine Albumveröffentlichung rund sechs Wochen vor dem Auftritt in Baku hilft, die Aufmerksamkeit von Fans und Medien schon mal zu erhöhen. Mit «Changes» präsentiert der 21-Jährige aus Neustadt (Wied) in Rheinland-Pfalz seine erste Platte. «Wir haben uns viel Zeit dafür genommen», sagt er über sein Debütalbum. Erscheinungstermin ist der 13. April.

Natürlich ist der Wettbewerbssong «Standing Still» mit drauf, dazu mit «Day by Day» und «Conflicted» weitere Balladen, aber «eben auch ein bisschen was Fröhliches, Uptempo-Nummern und was Rockigeres», sagt Lob. Gitarren und Klavier transportieren bei den meisten der 13 Songs die Melodie, dazu seine Stimme und ein überwiegend flotter Beat.

Aus dem Rahmen fällt das fünfte Lied des Albums, «Changes». Wenn er von «Chances» und «Changes», Chancen und Veränderungen, singt, überrascht der Pfälzer mit Funk-Elementen und einem Text-Rhythmus, der auch in einem Justin-Timberlake-Song nicht auffallen würde. Inhaltlich beschreibt Lob mit dem Titel seine Situation seit dem Finalsieg Mitte Februar wohl ganz gut.

Seine Vorgängerin Lena hatte mit ihrem Debütalbum vom Start weg Erfolg. Kurz nach dem Casting, aber noch vor dem Auftritt in Oslo, hatte sie «My Cassette Player» herausgebracht. Die Platte, ebenfalls mit 13 Songs, war gleich auf Platz eins der Hitparade gestürmt. In der Jahreswertung der erfolgreichsten Alben 2010 kam Lena damit auf Rang fünf. Ihr Eurovision-Siegerlied «Satellite» hielt sich noch länger als das Album in den Top-Positionen der Charts und erreichte in der Gesamtwertung Rang drei.

Dass der sympathische und bodenständig wirkende Lob diesem Vergleich standhalten kann, ist eher unwahrscheinlich. Schließlich war Lena «ja damals schon ein Phänomen» und «eine coole Sau» (Lob über Lena), zudem ist der Rummel um den ESC und Lob dieses Mal wesentlich kleiner als im Lena-Sieger-Jahr 2010. «Bei mir ist alles etwas gediegener», sagt Lob. Dazu kommt: «Changes» ist kein schlechtes Album, aber die richtigen Knaller fehlen. Sounds und Themen sind gefühlt alle schon mal irgendwie dagewesen.

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