11. April 2012

Sonderausgabe zu Elvis Presleys Comeback 1968

Berlin (dpa) - Sieben Jahre - eine Ewigkeit für Fans. Doch genauso lange ließ Elvis Presley seine Fans warten: In den 1960er Jahren konzentrierte sich «The King» auf seine Karriere in Hollywood und drehte wie am Fließband Filme.

Elvis Presley
Elvis Presley feiert sein Comeback. Foto: Sony Music
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Elvis Presley
Elvis Presley musiziert mit Freunden. Foto: Sony Music
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Dabei sang er zwar auch, doch als Sänger trat er in dieser Zeit nicht auf. Bis 1968. Dann kam er wieder auf die Bühne zurück - für eine Fernsehshow, die sein umjubeltes Comeback als Sänger wurde. Dazu ist nun eine umfangreiche Sonderausgabe in der Sony-Bookset-Serie erschienen.

Als erstes fiel bei dem Auftritt sein hautenger, schwarzer Lederanzug auf, in dem Elvis mit leicht verwuschelter Tolle ungewohnt cool und sexy zugleich aussah und der oben so weit ausgeschnitten war, dass seine weiblichen Verehrerinnen angemessen verrückt wurden. Vor allem aber präsentierte sich Elvis in Höchstform: Nach einer kurzen Auftauphase kam er gut gelaunt rüber, gab sich locker sympathisch und war immer wieder zu Scherzen aufgelegt.

All das wurde im Juni 1968 vor einem kleinen Publikum in Los Angeles aufgezeichnet und im Dezember beim Sender NBC mit überragenden Einschaltquoten ausgestrahlt. Die Sonderedition «The Complete '68 Comeback Special» würdigt jetzt diesen legendären Auftritt. Neben dem ursprünglichen Album des TV-Specials sind auf vier CDs auch noch ausführlichere Aufnahmen von den Proben und den sogenannten «Stand up»- und «Sit Down»-Shows zu hören.

103 Songs sind so zusammengekommen, darunter unzählige Hits wie «Blue Suede Shoes», «Hound Dog» oder «A Little Less Conversation». Darüber hinaus gibt es noch ein 32-seitiges Booklet mit teilweise seltenen Fotos. Besonderen Spaß machen in dem Booklet aber die Produktionsnotizen zur Entstehung des «'68 Comeback Special». Wegbegleiter erzählen von den ersten Ideen zur Show bis hin zu den eigentlichen Auftritten. Sie berichten, wie das Konzept ausgetüftelt wurde, nur um dann wieder verändert zu werden, um den «wahren Elvis» zu erfassen. Denn der hatte sich nach den Proben immer wieder mit seinen Freunden zurückgezogen, um zu musizieren. Das hörte der Produzent Steve Binder, dem dieses private Ambiente so gut gefiel, dass er es in den Auftritt integrieren wollte.

Fernsehen war für Elvis ein relativ neues Medium. Er habe regelrecht Panik vor dem Fernsehen gehabt, erzählt Binder. Doch mit dem intimen Setting vor ausgewähltem Publikum und den intensiven Proben fühlte sich Elvis zunehmend sicherer und zeigte das dann schließlich auch bei dem TV-Auftritt, mit dem er nicht nur seine Karriere wiederbelebte. Wahrscheinlich klang der «King» im Laufe seiner Karriere auch selten besser.

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