15. Juli 2013

Dramaturgische Gründe für schlechten Ton bei «Polizeiruf 110»

Berlin (dpa) - Die von vielen Fernsehzuschauern kritisierte schlechte Tonqualität in der neuen Folge des «Polizeiruf 110» hatte nach Angaben des Bayerischen Rundfunks (BR) dramaturgische Gründe.

Polizeiruf 110
Almandine Winter (Lars Eidinger) am Grab ihrer Lebensgefährtin. Foto: BR/Kerstin Stelter
dpa

Man habe darauf verzichtet, den Schauspielern ihre Bewegungsabläufe kleinteilig vorzugeben, erläuterte BR-Redakteurin Cornelia Ackers das Konzept des von Jan Bonny inszenierten hochgelobten Krimis «Der Tod macht Engel aus uns allen» mit Matthias Brandt. Die Folge für das Kamera- und Tonteam: Sie konnten die Bewegungen der Darsteller nicht mehr so leicht vorhersehen und mussten spontan reagieren.

«Auf diese Weise konnten die Schauspieler ihren improvisatorischen Spielimpulsen spontaner folgen und wurden nicht durch enge choreografische Vorgaben gebremst», erklärte Ackers. Trotzdem sieht die Redakteurin Verbesserungsbedarf: «Da diese Arbeitsweise eher unüblich ist, wird an der Perfektionierung dieser Form noch zu arbeiten sein.»

Die «Polizeiruf»-Episode über den Tod einer Transsexuellen in der Gewahrsamszelle einer Münchner Polizeistation war von TV-Kritikern sehr gelobt worden. Die Zuschauerzahlen waren aber nur mittelmäßig. Im Schnitt 6,64 Millionen Menschen schalteten ab 20.15 Uhr «Der Tod macht Engel aus uns allen» ein. Damit hatte die ARD einen Marktanteil von 21,7 Prozent.

Bei Facebook spaltete der Film die Gemüter. Viele Kommentatoren lobten den Film des Bayerischen Rundfunks (BR) als «großes Kino» und hoben Darsteller, Drehbuch und Atmosphäre hervor. Doch auch hier löste die Tonqualität Kritik aus. «Ein Ton, wie beim schlechten Hörgerät und nuschelige Dialoge», schrieb ein User. Das sei nicht authentisch, sondern dilettantisch und eine Qual: «unverschämt».

Facebook-Auftritt «Polizeiruf 110»

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