03. Oktober 2012

Fernsehpreis für Möhring und Auer - und ein «Danke Dirk»

Berlin (dpa) - «Danke Dirk»: Die Aufkleber mit einem Porträt Dirk Bachs wurden zum Auftakt des Deutschen Fernsehpreises in Köln verteilt. Die Branche erinnerte an den unerwartet gestorbenen Komiker - für Moderator Oliver Welke der «größte kleine dicke Schauspieler aller Zeiten».

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Die Schauspielerinnen Barbara Auer (l) und Ina Weisse mit ihren Trophäen. Foto: Rolf Vennenbernd
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Gedenken an den gerade gestorbenen Schauspieler Dirk Bach. Foto: Rolf Vennenbernd
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Wotan Wilke Möhring auf der Gewinnerstraße. Foto: Rolf Vennenbernd
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Die Moderatorin Nazan Eckes macht Späßchen auf der Bühne. Foto: Rolf Vennenbernd
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Der Schauspieler Henning Baum freut sich über die Auszeichnung in der Kategorie Beste Serie. Foto: Rolf Vennenbernd
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Von Trauer war im weiteren Verlauf des Dienstagabends jedoch nicht mehr viel zu spüren. Die Gala und die Party danach waren «business as usual».

Größte Siegerin des Abends war die zweifache Preisträgerin Barbara Auer, die neben Filmpartnerin Ina Weisse als beste Schauspielerin geehrt wurde und darüber hinaus noch für das ZDF-Drama «Das Ende einer Nacht» eine Trophäe bekam. Wotan Wilke Möhring wurde für seine Leistung im Drama «Der letzte schöne Tag» (ARD) geehrt. Der angehende «Tatort»-Kommissar befand in seiner Dankesrede, dass bereits der Film selbst und die Nominierung schon sehr «mutig» gewesen seien.

Als einer der Partygäste, die es im Coloneum am längsten aushielten, saß Frank Elstner, der für sein Lebenswerk ausgezeichnet worden war, an seinem Tisch. Bevor sich der «Wetten, dass..?»-Erfinder mit Frau Britta und Tochter am frühen Morgen verabschiedete, gab er noch eine Prognose ab: Sieben bis acht Millionen Menschen gucken die Markus-Lanz-Premiere im ZDF am Samstag bei «Wetten, dass..?». Und rund fünf Millionen entfallen auf die zeitgleiche RTL-Show «Das Supertalent» mit Lanz-Vorgänger Thomas Gottschalk, prophezeite der TV-Veteran.

Am Abend hatte Elstner auf der Bühne den Ehrenpreis der Stifter für sein Lebenswerk aus der Hand von Ex-Arbeitsminister Norbert Blüm überreicht bekommen. «Was habe ich für einen Schreck bekommen, als ich davon am Telefon erfahren habe», sagte er.

Aber dann? Aber dann war ja alles klar. Ein Elstner nimmt den Preis natürlich an - im Gegensatz zu Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki, der vor vier Jahren den Preis ablehnte, vor lauter Groll, dass die Qualität im TV zu schlecht sei. Elstner beschwerte sich bei seinem Laudator nur kurz, dass er die Gelegenheit gehabt habe, ihm eine sichere Rente zu garantieren und dies nicht getan habe.

Vor 15 Jahren hätten ihn die Österreicher bereits «abgeschafft», plauderte der Showveteran, als ihm die «Platin-Romy» verliehen worden sei, im vergangenen Jahr sei die Goldene Henne an ihn gegangen und nun das! Aber aufhören deswegen? «Das schaffe ich nicht.»

Dabei war Elstners Leben auch von Rückschlägen geprägt.. «Die Schrammen machen einen Menschen im Inneren nur schön», sagte Laudator Blüm. Zum Beispiel bei der ZDF-Show «Nase vorn», die nichts wurde. Elstner lernte aus den Nackenschlägen: «Wenn man siegt, dann nur allein», lautete das Resümee des Moderators. «Wer anfängt zu zweifeln, hat schon verloren.»

Freudentränen kullerten bei keinem Preisträger. Und der Tod Dirk Bachs? Das Thema spielte zwar zwei Male eine Rolle in Welkes Moderation. Doch danach ging das Programm gleich zur Tagesordnung über.

Die alte Phrase treffe zu, sagte Welke zu Beginn der Show. Wenn man Bach gefragt hätte, ob die TV-Welt heute Spaß haben solle, hätte er Ja gesagt. Später ergänzte Welke, man habe mit Bach auf höchstem Niveau lästern können, ein Verlust, der menschlich und künstlerisch nicht zu kompensieren sei.

Und was hat der ganz normale Zuschauer vom Fernsehpreis 2012? Der kann das Ereignis an diesem Donnerstag um 20.15 Uhr im ZDF gucken - 48 Stunden nach der Gala in Köln. Soviel Wartezeit gab es noch nie.

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