15. Januar 2013

«Furtwängler zieht»: Rosen für Theaterdebüt

Berlin (dpa) - Arbeitsministerin Ursula von der Leyen brachte es auf den Punkt. «Furtwängler zieht», sagt die CDU-Politikerin, die sich am Sonntagabend für das Bühnendebüt der «Tatort»-Kommissarin einen ihrer seltenen Theaterabende gönnt.

Premiere 'Gerüchte... Gerüchte...'
Maria Furtwängler und der Schauspieler Pasquale Aleardi im Theater am Kurfürstendamm. Foto: Britta Pedersen
dpa
> zur Bildergalerie
Premiere Gerüchte... Gerüchte...
Verlegerin Friede Springer und Hubert Burda im Theater am Kurfürstendamm in Berlin. Foto: Britta Pedersen
dpa
> zur Bildergalerie
Premiere 'Gerüchte... Gerüchte...'
Schauspieler Michael Mendl (l) und Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit. Foto: Britta Pedersen
dpa
> zur Bildergalerie
Premiere 'Gerüchte... Gerüchte...'
Schauspielerin Judy Winter vor dem Theater am Kurfürstendamm in Berlin. Foto: Britta Pedersen
dpa
> zur Bildergalerie
Premiere Gerüchte... Gerüchte...
Die Journalisten Helmut Markwort und Patricia Riekel im Theater am Kurfürstendamm in Berlin. Foto: Britta Pedersen
dpa
> zur Bildergalerie

Unter den 800 Gästen im Theater am Kurfürstendamm waren auch Ex-Bundesminister Egon Bahr, Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit, Entertainer Jürgen von der Lippe, Schauspielerin Ursula Karven, Ex-«Focus»-Chef Helmut Markwort und, und, und ...

Furtwängler-Ehemann Hubert Burda (72) ist mit den beiden Kindern Jacob und Elisabeth aus München zur Rückenstärkung da. Zum Auftakt zeigt sich der Medienzar freundschaftlich Arm in Arm mit seiner mächtigen Verlegerkollegin Friede Springer.

Für seine Frau ist der Abend eine doppelte Herausforderung. Nicht nur steht Maria Furtwängler nach mehr als 20 Jahren TV-Arbeit erstmals auf der Bühne. In Neil Simons Komödienklassiker «Gerüchte, Gerüchte» gibt die toughe Fernsehkommissarin ausgerechnet eine eher naive Weibchen-Frau, die sogar fürs Rauchen ihren Mann um Erlaubnis bitten muss.

Am Schluss regnet es für Furtwängler rote Rosen auf die Bühne, den größeren Applaus bekommen Kollegen wie Urs Stämpfli, Nicole Marischka und Julia Bremermann. Das zehnköpfige Darstellerteam hatte sich bei einem Workshop in Berlin kennengelernt und zum selbstbestimmten Theaterkollektiv Santinis zusammengeschlossen - für Furtwängler der Anstoß, sich überhaupt für das Bühnenexperiment zu entscheiden.

Doch so flott und spritzig die Schauspieler, das Stück schleppt sich mit mehr als zwei Stunden Länge und absehbarem Witz etwas dahin. Es geht um eine Party zum 10. Hochzeitstag des stellvertretenden New Yorker Bürgermeisters Charlie Brooks. Zu Beginn fallen zwei Schüsse, die Gastgeber scheinen verschwunden. Um den vermeintlichen Selbstmordversuch zu kaschieren, verstricken sich die Gäste immer mehr in ein abstruses Gerüchtegeflecht.

Furtwängler, die im wippenden azurblauen Cocktailkleid nikotinsüchtig durch das mondäne High-Society-Ambiente tippelt, hat ihre hinreißendsten Momente nach einigen Gläsern Scotch. «Ich bin so scharf auf eine Zigarette, dass ich im Bad versucht habe, mir einen Q-Tip anzuzünden», lispelt sie. Und schiebt scheinbar einsichtig hinterher: «Ich hab' ihn aber nur halb geraucht.»

Es ist nicht die Hauptrolle unter den acht Partygästen, die Furtwängler sich ausgesucht hat. Aber vielleicht ist das ihr größtes Kunststück: Sie profiliert sich nicht auf Kosten ihrer Figur, sondern fügt sich wie selbstverständlich ins Team. Theaterarbeit eben.

Infos zum Stück

Weitere Artikel aus diesem Ressort
Anzeige