15. Januar 2013

Jodie Foster macht bei Golden Globes Furore

Los Angeles (dpa) - Die Auszeichnung für ihr Lebenswerk stand schon vorab fest - und doch sorgte Hollywood-Schauspielerin Jodie Foster (50) mit ihrer Dankesrede bei den Golden Globes für den Gesprächsstoff des Abends. Foster bekannte sich erstmals öffentlich zu ihrer Homosexualität und kündigte dann auch noch ihren Abschied vom Film-Business an.

Golden Globes - Jodie Foster
Jodie Foster hielt eine sehr persönliche Rede. Foto: Paul Drinkwater/NBC
dpa

«Das hier ist keine Coming-out-Rede, denn mein Coming-out hatte ich schon vor etwa 1000 Jahren, damals im Steinzeitalter», sagte Foster, nachdem sie bei der Gala in der Nacht zum Montag den Ehrenpreis für ihr Lebenswerk und ihre Verdienste um die Filmkunst erhalten hatte. Sie habe aber gelernt, ihr Privatleben lange geheim zu halten.

«Wenn ihr schon als Krabbelkind eine öffentliche Person gewesen wärt, wenn ihr für ein Leben hättet kämpfen müssen, das sich real und ehrlich und trotz aller Hindernisse normal anfühlt, dann würdet ihr die Privatsphäre vielleicht ebenfalls als das Wichtigste bewerten», sagte Foster vor den geladenen Gästen im Beverly Hilton Hotel und einem Millionenpublikum vor den Fernsehern. Nach ihrem Bekenntnis brandete im Saal Applaus auf. Homosexualität gilt in Hollywood immer noch als eine Art Tabu. Nur wenige Schauspieler und Schauspielerinnen bekennen sich öffentlich dazu.

Anschließend bedankte sich Foster bei ihrer langjährigen Lebensgefährtin, der Filmproduzentin Cydney Bernard. «Es wäre nicht möglich, hier zu stehen, ohne mich bei einer der wichtigsten Lieben meines Lebens zu bedanken: Mein heldenhaftes Mit-Elternteil, meine Ex-Partnerin in der Liebe, aber immer noch aufrichtige Seelen-Schwester im Leben, meine Beichtschwester, Ratgeberin und geliebte beste Freundin für 20 Jahre.» Den beiden Söhnen, für die Bernard und Foster das gemeinsame Sorgerecht haben, widmete die Schauspielerin ihre Rede. «Ich bin so stolz auf unsere moderne Familie. Unsere unglaublichen Söhne sind mein Grund zum Atmen und mich weiterzuentwickeln, mein Blut und meine Seele.» Fernsehkameras filmten währenddessen die beiden Kinder, die an einem Tisch im Saal saßen.

Zum Abschluss kündigte Foster dann auch noch ihren Rückzug aus dem Film-Business an. «Ich werde nie wieder auf dieser Bühne stehen. Auf keiner Bühne», sagte die 50-Jährige und wischte sich eine Träne aus dem Augenwinkel. «Es fühlt sich an wie das Ende einer Ära und der Beginn von etwas Neuem. Gruselig und aufregend.» Sie werde allerdings weiter «Geschichten erzählen», sagte Foster, die mit blondem Bob und in einem silberglänzenden Kleid mit Bändern über dem Dekolleté auf der Bühne stand. Diese würden allerdings «ruhiger» sein und «vielleicht nicht auf mehr als 3000 Kinoleinwänden» zu sehen.

Viele Gäste im Publikum hatten während Fosters Rede Tränen in den Augen. Auch beim Kurznachrichtendienst Twitter löste Fosters Offenheit innerhalb kürzester Zeit eine Flut von Kommentaren aus. Viele Nutzer sprachen dem Hollywoodstar ihre Anerkennung aus. Einige erklärten, dass Foster sie zu Tränen gerührt habe. Viel diskutiert wurde, ob die Schauspielerin die Rede spontan gehalten habe. «Ich habe einen plötzlichen Drang etwas zu sagen, das ich noch nie in der Öffentlichkeit zugegeben habe und weswegen ich sehr nervös bin», hatte sie anfangs gesagt. Die Rede klang dann allerdings sehr ausformuliert und perfekt vorgetragen.

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