22. September 2013

Klare Linie und Glitzerrausch in Mailand

Mailand (dpa) – Klare Linie, viel Volumen, Glitzerrausch. Die deutschen Designer auf der «Milano Moda Donna» stellen die größte ausländische Vertretung auf der von Italienern dominierten Mailänder Modewoche dar.

Milan Fashion Week
So geht Jil Sander in den nächsten Frühling. Foto: Matteo Bazzi
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Junge Mode von Aquilano Rimondi in Mailand. Foto: Flavio Lo Scalzo
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Farbenfrohes Kleid von Aquilano Rimondi in Mailand. Foto: Flavio Lo Scalzo
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Klassisch Weiß mit Jil Sander in Mailand. Foto: Matteo Bazzi
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Schön Buntes vom italienischen Modemacherduo Aquilano Rimondi. Foto: Flavio Lo Scalzo
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Mit ihren Kollektionen für den kommenden Sommer setzten Jil Sander, Aigner und Co. aber ganz individuelle Akzente.

Das Münchner Traditionshaus Aigner hatte bereits am Freitag mit seiner brasilianisch angehauchten Kollektion die Deutschen ins Spiel gebracht. Am Samstag überzeugte dann Jil Sander mit einer klaren, frischen und modernen Mode. Die Hamburgerin zeigte unter anderem strenge schwarze Kleider, schöne, weich fallende Mäntel und Pullis mit hohem, transparentem Kragen zum wadenlangen Rock. Raffiniert sind ihre Details. So gibt es etwa gerundete Schultern und gekonnt platzierte Aussparungen.

Bei Tomas Maier ist streng genommen nur noch der Name deutsch. Der gebürtige Pforzheimer und Wahlamerikaner spricht selbst mit deutschen Journalisten am liebsten Englisch. Sein Arbeitgeber indes kommt aus Italien: das Luxuslabel Bottega Veneta.

In seiner neuen Kollektion bringt Maier viel Volumen in die Silhouette. Er akzentuiert sie mit aufwendigen Drapierungen und streng angelegten Rüschen. Der Fokus liegt auf der Form, deshalb gibt es kaum Farben, sondern fast nur Schwarz.

Wäre eine ästhetische Koalition aus Jil Sander und Tomas Maier durchaus denkbar, kann man sie mit Philipp Plein ausschließen. Der Deutsche, dessen Firmensitz jedoch in der Schweiz liegt, mag es gern laut und auffällig. Lange wurde er ob seiner Vorliebe für alles Funkelnde belächelt. Inzwischen müssen auch Kritiker anerkennen, dass Philipp Plein eine feste Größe im internationalen Modegeschäft ist.

Seine Shows sind stets das ganz große Spektakel. So auch dieses Mal, am späten Samstagabend. Das größte Gedränge vor dem Eingang, die lauteste Beschallung im Saal, die grellsten Lichtspiele, die größte Verspätung. Der Designer schickte ausschließlich dunkelhäutige Models über den Laufsteg, angeführt von der Äthiopierin Liya Kebede, einem der Topstars der Szene. Zu sehen waren unter anderem mit Nieten bestückte Lederblousons, Faltenminis, enge Röhrenhosen aus Spitze und kunstvoll bestickte Roben. Meist in schwarz oder weiß oder als Kombination beider Farben.

Insgesamt wurde bei den Mailänder Schauen das Bild einer sehr reichen Mode auf den Laufsteg gebracht. Kristalle, Schmucksteine und Pailletten zogen sich als eines der Leitmotive durch die Modewoche, die an diesem Montag zu Ende gehen. Demgegenüber stehen klar gezeichnete Kollektionen, die mit Formen und Schnitten experimentieren.

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