06. Mai 2012

Kuriose Wettbewerbe: Grillen, radeln, Buspulling

Schwäbisch Hall (dpa) - Bratwürste und Chicken Wings perfekt grillen, auf einem Klapprad möglichst schnell radeln oder knöcheltief im Matsch stehen und Fußball spielen: Bundesweit haben sich am Wochenende Tausende Menschen bei mehreren kuriosen Wettbewerben amüsiert.

Deutsche Meisterschaft im Buspulling
Das kostet Kraft. Foto: Dominique Leppin
dpa
17. Deutsche Grillmeisterschaft
Hier geht's um die Wurst. Foto: Franziska Kraufmann
dpa
Klapprad-WM
Teilnehmer der Klapprad-WM in Ludwigshafen. Foto: Justin Pietsch
dpa

Während bei der Deutschen Grillmeisterschaft in Baden-Württemberg alles im Zeichen des gegrillten Fleisches stand, lieferten sich Radel-Fans in Rheinland-Pfalz bei der ersten Klapprad-WM schweißtreibende Rennen - ohne Gangschaltung, versteht sich. Körperkraft war auch beim Buspulling und der ersten Deutschen Meisterschaft im Moorfußball gefragt.

GRILLEN: Um den Titel «Deutscher Grill- und Barbecue König 2012» traten am Sonntag 33 Teams bei der Grillmeisterschaft in Schwäbisch Hall an. Dafür hauten sie jede Menge Fleisch und anderes Grillgut auf den Rost. Zuerst noch im Regen, doch pünktlich zum ersten von sieben Gängen klarte dann der Himmel auf. Neben der 150-köpfigen Jury durften die erwarteten 50 000 Besucher Bratwürste, Spareribs und Chicken Wings kosten.

Am Abend wollte Schlagersänger Costa Cordalis (68) mit den Grillfest-Besuchern zudem den Sirtaki-Weltrekord brechen. Für einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde müssen mehr als 1672 Menschen gleichzeitig und länger als fünf Minuten Sirtaki tanzen.

BUSPULLING: In einen Bus setzen und fahren lassen ist einfach. Einen Bus zu ziehen dagegen weniger. Das spürten die 16 Mannschaften, die am Sonntag im niedersächsischen Wolfenbüttel bei der deutschen Meisterschaft im Buspulling antraten - sie mussten einen mehrere Tonnen schweren Reisebus über die Ziellinie ziehen. Muskeln waren wichtig, die Spielregeln des bunten Spektakels eher schlicht: festes Schuhwerk, gute körperliche Verfassung, keine technischen Hilfsmittel, Spaß an der Sache, möglichst viele Fans mitbringen und ganz wichtig: «Bitte den Bus heile lassen!»

KLAPPRAD-FAHREN: Verkleidet im Stil der 70er Jahre und mit einem obligatorischen Oberlippenbart schwangen sich am Samstag in Ludwigshafen rund 100 Radel-Wütige auf ihre Klappräder. Die durften keine Gangschaltung haben, was die Sache anstrengend machte: Die Beine kurbelten wie verrückt, Schweiß rann unter dem Schnurrbart herunter. Die Beine wurden schwer, die Radler keuchten und pusteten.

Am Ende hatte Fahrradhändler Egbert Fecht die Nase vorne: Der 54-Jährige fuhr innerhalb einer Stunde 37,86 Runden und verwies die strampelnde Konkurrenz auf die Plätze. Dabei hatte er sich seinen Drahtesel erst vergangene Woche zusammengebaut.

MOORFUSSBALL: Die Spieler standen mindestens bis zu den Knöcheln im Dreck, der Ball blieb in Pfützen oder Furchen im Boden liegen - bei der ersten Deutschen Meisterschaft im Moorfußball wühlten sich am Samstag rund 450 Fußballer fröhlich durch einen umgepflügten Acker in Rieste bei Osnabrück in Niedersachsen. Einen Schönheitspreis gab es nicht zu gewinnen bei dieser robusten Art des Fußballspiels, dafür aber die Teilnahme an der WM im Juli in Finnland.

Der Acker wurde stundenlang bewässert, um die beim Moorfußball obligatorische Schlammschlacht zu ermöglichen. Die Spieler waren bald von oben bis unten mit Dreck besudelt, ihre Kleidung vom Einheitsbraun bedeckt. «Moorfußball ist so anstrengend wie Fußball am Strand. Man muss richtig gegen den Ball treten, trotzdem kommen die Pässe nicht an», bilanziert eine Spielerin. Schließlich setzte sich bei den Frauen eine Spielgemeinschaft aus der Region durch, bei den Männern gewannen die «Moormonen» aus Rieste.

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