19. Juli 2013

Sommer 2013: Zwischen Strandgymnastik und Freiluftkino

Stuttgart (dpa) - Wer jetzt nicht rausgeht, ist selber schuld: Bei Temperaturen um die 30 Grad verlegen viele ihre Freizeit ins Freie.

Sonnenanbeterinnen auf Borkum
Die drei Urlauberinnen Julia, Kathrina, Theresa aus Heidelberg machen Strandgymnastik. Foto: Joerg Sarbach
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Baden in der Spree
Guter Platz: Mit Schwimmring und Flossen an den Füßen in der Spree in Berlin. Foto: Britta Pedersen
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Sonnenbaden im Park
Ein Mann und zwei Frauen genießen im Treptower Park in Berlin die Sonne. Foto: Britta Pedersen
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Baden in der Spree
Mit Schwimmring und Flossen an den Füßen in der Spree. Für ein kühles Bier ist auch gesorgt. Foto: Britta Pedersen
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Strandwache auf Borkum
Eine DLRG Strandwache auf Borkum. Foto: Joerg Sarbach
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Um das Urlaubsgefühl in der Heimat auszukosten, verlagern die Menschen in Deutschland viele Aktivitäten von drinnen nach draußen. Eine Übersicht zu besonders schönen Aktivitäten:

- PARK UND PROMENADE STATT FITNESSSTUDIO: Schwitzen in der Muckibude? Im Fitnessstudio wird die Luft zurzeit schnell stickig. «Der Schweiß verteilt sich im Freien einfach besser», sagt Dieter Besserer, der zum Beispiel «Sport im Park» in Stuttgart organisiert. Viele Vereine oder Sportstudios verlegen deshalb Yoga, Capoeira oder Zumba kurzerhand nach draußen. Massenweise Jogger sieht man jetzt auch - vor allem morgens oder abends, wenn es noch nicht ganz so heiß ist - an den Flussufern, zum Beispiel an Hamburgs Außenalster. Auch Strandgymnastik ist angesagt, etwa auf der Nordseeinsel Borkum.

- BADESEEN STATT BADEZIMMER: Gerade geduscht und schon wieder verschwitzt? Viele nutzen dieser Tage Deutschlands Badeseen oder auch Sprinkleranlagen in Parks als willkommene Abkühlung. Danach ist das Sonnenbad im Grünen umso angenehmer. In vielen Gärten sind auch Planschbecken aufgebaut, in denen nicht nur Kinder toben. Und auch Bäche und Freibäder sind als Erfrischung sehr beliebt.

- FREILUFTKINO STATT FILMGUCKEN DAHEIM: Zu schön, um drinnen Filme zu schauen? Kann man so nicht sagen. Die klimatisierten Kinos haben in den vergangenen Tagen Hunderttausende angelockt, so dass sich selbst die Marktforscher von Media Control wunderten und Erfolgszahlen für «Ich - Einfach unverbesserlich 2» trotz «grandiosen Sommerwetters» verkündeten. Ansonsten haben aber auch die Freiluftkinos regen Zulauf. In Städten wie Berlin, Frankfurt, Dresden gibt es unzählige Open-Air-Kinos - oft an wunderschönen Orten.

- BOOT STATT BALKON ODER AUTO: Was die Gondeln in Venedig sind, ist auch in Deutschland vielerorts das Boot am See oder im Fluss. In der Studentenstadt Tübingen ist der Stocherkahn beliebt. Mit einer Holzstange stoßen («stochern») die Fahrer dabei einen Kahn voran und bewegen sich so über den Neckar mitten durch die Stadt - Sightseeing inklusive. Dabei wird das Boot schon mal zum Ersatz für den Balkon: Viele nutzen den Kahn nämlich als schwimmenden Grillplatz.

- FREILICHTBÜHNE STATT THEATERGEBÄUDE: Opernhäuser und Theater sind fast alle in der Sommerpause - jetzt ist Festspiel-Saison. Ob Bad Segeberg (Schleswig-Holstein) oder Bad Hersfeld (Hessen): Festivals gibt es in vielen Orten. Kultur unter freiem Himmel ist auch im Ausland angesagt (man denke an Bregenz, Salzburg, Avignon, Verona). Selbst Poetry Slams - meist in dunklen Bars, Kneipen oder Hallen daheim - finden draußen statt. Hobbydichter treten unter freiem Himmel gegeneinander an. «Weil es eine andere Atmosphäre ist und das Publikum sehr still sein muss, um alles zu verstehen», sagt Thomas Geyer, Organisator eines Open Air Poetry Slams in Stuttgart.

- OPEN-AIR-TANZ STATT CLUBBING: Swing, Walzer oder Tango machen auch draußen Spaß. «Es ist alles ein bisschen gelöster, freier und unkomplizierter», sagt eine Organisatorin von Open Air Tangos in Stuttgart. Auch in anderen Städten gibt es Open-Air-Tanz - in Berlin zum Beispiel in einer Strandbar an der Spree. Bewegung unterm Sternenhimmel statt unter der Discokugel.

- AUFGEMALTE KLEIDER STATT ECHTER KLAMOTTEN: Viel zu heiß, um angezogen zu bleiben? Am Titisee im Schwarzwald lassen sich Nackte die Kleider bei einem Bodypainting-Festival am Wochenende einfach aufmalen. Zunächst habe man Sorge gehabt, es könne den Modellen zu kühl werden, sagte Organisatorin Uta Kosin von der Hochschwarzwald Tourismus GmbH. «Nun brauchen wir eher einen Ventilator.»

Seen in Deutschland

Bodypainting-Festival am Titisee

Stocherkahn in Tübingen

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