30. Mai 2012

Autorin Juli Zeh: E-Books sind zu teuer

Hamburg (dpa) - Schriftstellerin Juli Zeh («Spieltrieb», «Corpus Delicti») findet E-Books zu teuer. Durch überhöhte Preise erziehe man die Verbraucher zum Klauen, sagte die 37-Jährige der Wochenzeitung «Die Zeit».

Juli Zeh
E-Books sollten billiger sein, findet Juli Zeh. Foto: Arno Burgi
dpa

«Sie sind nicht bereit, für ein E-Book mehr als 20 Euro auszugeben, also machen sie Raubkopien. Die kriminelle Energie entsteht erst durch das Gefühl, abgezockt zu werden, und deshalb wäre es schlau, E-Books billiger anzubieten.»

Wer im Internet eine Datei kaufe, dem sei sie nicht so viel wert, wie die Verlage verlangen - auch weil sie mit Kopierschutz belegt sei. «Man kann sie nicht einfach dem besten Freund leihen wie das gute alte Buch. Nach dem Motto: Reich mir mal das E-Book rüber.» Zur Debatte um eine Lockerung des Urheberrechts sagte Zeh: «Ich stehe eher auf der Seite derer, die das Internet verteidigen. Aber ich bin trotzdem gegen das Raubkopieren. Beides kann man nämlich zusammendenken. Leider kapiert das momentan keiner.»

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