16. Juni 2012

Dauererreichbarkeit? - Schröder will Sonntag freihalten

Berlin (dpa) - In der Debatte über die permanente Erreichbarkeit in der modernen Arbeitswelt plädiert Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) für einen weitgehend störungsfreien Sonntag.

Kristina Schröder
Bundesfamilienministerin Kristina Schröder ist für den störungsfreien Sonntag. Foto: Boris Roessler
dpa

«E-Mails, Home Office und Smartphones sind große Erfindungen. Aber sie verleiten zu einer gefühlten Dauerverfügbarkeit, die irgendwann nicht mehr gesund ist. Viele von uns schalten im wahrsten Sinne des Wortes auch am Wochenende nicht mehr ab», schreibt Schröder in einem Beitrag für die «Tageszeitung» (taz/Samstag). «Der Sonntag als echter Frei-Tag - das sollten wir uns retromäßig wieder stärker gönnen.»

Schröders Kabinettskollegin, Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU), hatte in der vergangenen Woche eine deutliche Trennung von Arbeit und Freizeit gefordert und damit eine Debatte angestoßen. Laut einer Umfrage des Telekom- und Internet-Branchenverbands Bitkom vom vergangenen Sommer sind 88 Prozent der Berufstätigen auch außerhalb ihrer Arbeitszeit per Handy oder E-Mail erreichbar. Zum Teil haben Unternehmen bereits reagiert: Der Betriebsrat von Volkswagen etwa hat für die VW-Beschäftigten Ende 2011 eine «Blackberry-Pause» nach Feierabend durchgesetzt.

Allerdings raten einige Experten von einer übergreifenden gesetzlichen Regelung ab. Der Direktor des Instituts für angewandte Arbeitswissenschaft ifaa, Sascha Stowasser, sagte am Samstag im Deutschlandradio Kultur: Notwendig seien zwar «klare Regeln», doch Pauschalisierungen führten nicht weiter. «Manche Mitarbeiter brauchen das Engagement. Sie wollen sich nicht einschränken.» Hinzu käme, dass in bestimmten Positionen eine ständige Rufbereitschaft sogar unverzichtbar sei.

Bitkom-Umfrage

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