06. Juni 2012

Passwörter bei Online-Netzwerk LinkedIn geklaut

Berlin (dpa) - Beim weltgrößten beruflichen Online-Netzwerk LinkedIn sind Passwörter von Mitgliedern gestohlen worden. Das Ausmaß ist aber auch einen Tag nach Bekanntwerden des Attacke noch unklar.

LinkedIn
LinkedIn-Chef Jeff Weiner in der Wall Street kurz von dem Börsengang seines Unternehmens im Mai 2011. Foto: LinkedIn
dpa

LinkedIn bestätigte nach einer stundenlangen Überprüfung nur, dass einige im Internet gefundene Passwörter echt seien, nannte aber keine Zahlen. Laut Medienberichten sollen auf einer russischen Webseite nahezu 6,5 Millionen Kennwörter aufgetaucht sein - nicht im Klartext, aber mit etwas Aufwand entzifferbar.

LinkedIn erklärte in einem Blogeintrag, betroffene Nutzer würden per E-Mail informiert, ihre alten Passwörter seien deaktiviert worden. Das Online-Netzwerk hat insgesamt mehr als 150 Millionen Mitglieder. Anders als etwa beim meist privat genutzten Facebook helfen die Profile bei LinkedIn bei der Pflege geschäftlicher Kontakte oder der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz.

Die im Internet aufgetauchten Passwörter sollen den Berichten zufolge «gehasht» sein - das heißt, sie wurden mit einem Algorithmus unkenntlich gemacht. Es ist jedoch keine echte Verschlüsselung, so dass sie mit etwas Aufwand oft wiederhergestellt werden können.

Der Tag hatte für LinkedIn schon unangenehm begonnen. Das Unternehmen musste sich rechtfertigen, nachdem Experten entdeckten, dass die Smartphone-App des Netzwerks großzügig Informationen zu Terminen und Adressbuch von Nutzern auf Server des Netzwerks hochgeladen hatte. Darunter waren zum Beispiel auch Notizen, die man zu einem Termin angelegt hatte. Diese will LinkedIn künftig aussparen. An sich sei das Überspielen der Daten jedoch notwendig, um die Termine mit Informationen aus dem LinkedIn-Netzwerk zu verknüpfen. Die Daten würden nicht aufgehoben, und man habe die Nutzer stets nach einer Zustimmung für den Zugriff auf ihre Adressbücher gefragt.

LinkedIn bei Twitter

Tweet zu Stand der Prüfung

Bericht im Blog «The Next Web»

Bericht von «The Verge»

«New York Times» zu LinkedIn-App

LinkedIn-Blog zu neuer App

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