08. April 2014

Spielebranche trifft sich in Berlin

Berlin (dpa) - Berlin ist für sechs Tage der Anziehungspunkt für die Branche der digitalen Spiele. Dank Smartphone und Tablet wird inzwischen überall gespielt. Auch die Politik erkennt digitale Spiele als Wirtschaftsfaktor.

Gamesweek
Neben der Quo Vadis wird die Games Week unter anderem vom Gamesfest am Computerspielemuseum und dem Festival A MAZE für Spiele von unabhängigen Entwicklern flankiert. Foto: Jens Kalaene/Archiv
dpa

Der Boom bei Tablets und Smartphones bringt frischen Wind ins Geschäft mit Computer- und Videospielen. Knapp 21 Millionen Menschen spielen einer Studie zufolge in Deutschland inzwischen auf dem Smartphone oder Tablet, wie der Branchenverband BIU mitteilte. Seit Dienstag trifft sich die Branche zur International Games Week in Berlin. Bis zum 13. April dreht sich hier alles um die digitale Unterhaltung.

Dank mobiler Games wachse die Zahl der Nutzer hierzulande weiter kräftig, sagte BIU-Geschäftsführer Maximilian Schenk. Die Branche hofft, dass viele dadurch auch andere Games auf Computer oder Konsole für sich entdecken. «Von diesem Nutzerzuwachs kann die gesamte deutsche Branche profitieren», sagte Schenk. Im vergangenen Jahr machte die Branche in Deutschland einen Umsatz von rund 1,82 Milliarden Euro.

Auch die Politik hat das Geschäft als Wachstumsfaktor ins Blickfeld genommen. «Die digitale Spiele-Branche produziert eine frische Dynamik, von der die ganze Wirtschaft profitiert, sagte Staatssekretärin Brigitte Zypries in ihrem Grußwort zum Start der Entwicklerkonferenz. Die Branche sei ein hoch kreativer Sektor, der sich immer wieder neu erfinde. Zur Stärkung des Standorts Deutschland werde die Regierung ihre Förderungsprogramme für Start-ups erweitern und wolle auch die Investitionsbereitschaft stärken, sagte Zypries.

In diesem Jahr habe die Konferenz 25 Prozent mehr Teilnehmer angezogen, sagte Stephan Reichart, der für das Entwicklerforum Quo Vadis verantwortlich ist. Die Veranstalter rechnen mit mehr als 6000 Besuchern, davon 2500 Fachbesucher. Und internationaler soll die Konferenz werden. Seit zwei Jahren wird die nach Angaben Reicharts älteste Entwicklerkonferenz in englischer Sprache abgehalten.

Mit dem wachsenden Markt für mobile Spiele werden auch Cloud-Angebote und -Werkzeuge für Entwickler immer wichtiger. Amazon bietet neben seinen Cloud-Diensten seit kurzem auch die TV-Box Amazon Fire TV an. Manager Hemant Madan warb in Berlin um Spieleentwickler.

Auch Google will in dem boomenden Markt mitspielen und setzt auf einen neuen Trend. Das Smartphone-Spiel Ingress sei eine ganz neue Form des Spielens, betonte Google-Managerin Anne Beuttenmüller. Bei dem Game verschmelzen die Grenzen zwischen Realität und virtueller Welt. Ins reale Umfeld werden über das Smartphone virtuelle Dinge integriert. Die Nutzer müssen sie beeinflussen und können in zwei Gruppen weltweit gegeneinander antreten.

Der japanische Spieledesigner Yasuhiro Wada setzt indes auf traditionelle Titel für mobile Konsolen. Nach Berlin hat Wada seinen neuen Titel «Hometown» für Nintendos Konsole 3DS mitgebracht. In dem Spiel geht es darum, einen kleinen Krämerladen in einem Dorf wieder aufzubauen. Das Spiel für Kinder, Jugendliche und Erwachsene soll in den kommenden Wochen auch auf den deutschen Markt kommen. Deutschland sei in Europa für ihn der wichtigste Markt, sagte Wada.

Die Games Week geht noch bis zum 13. April. Auf der der Entwicklerkonferenz Quo Vadis geht es um Technik, Werkzeuge und Strategien. Unter anderem wird Chefentwickler Frank Savage von Microsofts Xbox One dabei sein. Aktuelle Cloud-Technologien stellen Mitarbeiter von Google vor. Flankiert wird die Games Week auch vom Gamesfest am Computerspielemuseum und dem Festibal A MAZE für Spiele von unabhängigen Entwicklern.

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