24. Juni 2014

Arbeitskampf um Ruinen von Pompeji

Rom (dpa) - Wenige Tage vor der Wiedereröffnung des Großen Theaters in Pompeji tobt um die Ausgrabungsstätte bei Neapel ein Gewerkschaftskampf.

Pompeji
Spontane Streiks des Wachpersonals in den Ruinen von Pompeji nerven zunehmend Touristen und Politiker. Foto: Hanns-Jochen Kaffsack/Archiv
dpa

Wegen spontaner Arbeitsniederlegungen waren in den vergangenen Tagen immer wieder tausende Besucher vor den Toren der antiken Stadt abgewiesen worden.

«Kein Streik mehr gegen die Touristen», forderte Kulturminister Dario Franceschini nach Medienberichten vom Dienstag. Die historischen Stätten und Museen Italiens müssten als öffentliche Orte zugänglich blieben. Zur Not wolle die Regierung die Bediensteten mit Zwangsmitteln zur Arbeit verpflichten.

Die für die archäologischen Orte Pompeji und Herculaneum zuständige Gewerkschaft ruft immer wieder kurzfristig zu Betriebsversammlungen auf. Dabei werden die Sehenswürdigkeiten für das Publikum geschlossen. Für diesen Mittwoch und Donnerstag angekündigte Versammlungen wurden nach Intervention des Kulturministers zunächst abgesagt.

Die Gewerkschaft BACT fordert, dass wenigstens über die Sommermonate mehr Personal zu den bisher rund 500 Beschäftigten eingestellt wird. Ansonsten sei die Sicherheit der Besucher und der Erhalt der Ruinen nicht zu gewährleisten.

An diesem Samstag wird nach Restaurierungsarbeiten das Große Theater von Pompeji mit einer Aufführung der Orestie-Tragödie des griechischen Dichters Aischylos wiedereröffnet. Die EU und Italien haben 105 Millionen Euro zugesagt, um das Unesco-Weltkulturerbe zu sichern. Das 66 Hektar große Gelände besuchten 2013 rund 2,5 Millionen Menschen. Pompeji und Herculaneum wurden bei einem Ausbruch des Vulkans Vesuv im Jahr 79 verschüttet und blieben unter einer Ascheschicht für Jahrhunderte erhalten.

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