08. April 2014

Bei Wahl des Fitnessclubs zählen Preis und Hygiene

Berlin (dpa) - Im Frühling wollen alle wieder fit sein - der Gang ins Fitnessstudio wird zum Muss. Schweißgetränkte Mucki-Buden in Hinterhäusern mit ausschließlich männlichen Kunden - das war einmal. Heute sollen Fitnessclubs sauber und angenehm sein.

Fitnessstudio
Echte Dauergäste im Fitnessclub sind 8 Prozent der Mitglieder - sie trainieren mehr als viermal in der Woche. Foto: Oliver Berg
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Bauch-Check
28 Prozent trainieren einmal in der Woche oder seltener. Foto: Patrick Pleul
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Laufband
Moderne Geräte finden die meisten Sportler weniger wichtig. Foto: Oliver Berg
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Fitnessstudio
Würde die Krankenkasse sich an der Club-Gebühr beteiligen, würden sich viele in einem Fitnessstudio anmelden. Foto: Oliver Berg
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Preis und Sauberkeit sind den Bundesbürgern bei der Wahl eines Fitnessstudios mit Abstand am wichtigsten. Diese beiden Anforderungen nennen 46 beziehungsweise 44 Prozent in einer Online-Umfrage, die das Meinungsforschungsinstitut YouGov veröffentlichte. Deutlich dahinter folgen eine «angenehme Atmosphäre» (29 Prozent) und die Lage des Studios (27 Prozent). Für 20 Prozent sind lange Öffnungszeiten wichtig, für 16 Prozent moderne Geräte, für 15 Prozent das Kursangebot.

Würde die Krankenkasse die Hälfte der Club-Gebühr übernehmen, würden sich 37 Prozent aller Nicht-Mitglieder in einem Fitnessstudio anmelden. 45 Prozent würden das trotz Finanzzuschuss nicht tun, wie YouGov ermittelte.

Mitglied eines Studios sind 14 Prozent der Bundesbürger über 18 Jahren. Dabei achten 35 Prozent besonders aufs Geld und zahlen weniger als 20 Euro pro Monat. Weitere 38 Prozent zahlen bis zu 40 Euro, 26 Prozent 41 Euro und mehr. Frauen geben insgesamt mehr für einen Club aus als Männer.

Echte Dauergäste im Club sind 8 Prozent der Mitglieder - sie trainieren nach eigenen Angaben mehr als viermal in der Woche. 28 Prozent trainieren einmal in der Woche oder seltener.

Wer ins Fitnessstudio geht, macht so seine Beobachtungen. Beispielhaft 15 Typen, die man dort treffen kann, natürlich ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Los geht's:

- SCHWEIß-VERSPRÜHER: Leute, die sich dermaßen verausgaben, dass der Schweiß das Shirt dunkel färbt und die Tropfen fliegen. Da heißt es in der Umgebung schnell: Vorsicht, nicht nass machen lassen!

- SCHREIENDE PUMPER: Muskelmänner zeigen mit brunftartigen Schreien beim Gewichtestemmen ihre Maskulinität. Lassen im Freihantelbereich breitschultrig und breitbeinig gern Hanteln scheppernd fallen. «Uuaah!»

- SUPER-EITLE: Am schönsten findet es mancher, vor dem Spiegel zu trainieren. Und nicht vergessen: Alle paar Minuten mit dem Smartphone ein Selfie knipsen!

- STÖPSEL-SÄNGER: Musik-Fans, die mit tragbaren Abspielgeräten und Stöpsel-Kopfhörern in ihre eigene Welt abtauchen und mitsingen - und dabei vergessen, dass sie beim Trainieren nicht alleine sind.

- DAUER-QUATSCHER: Einfach mal die Klappe halten und in Ruhe verausgaben - das kann nicht jeder. Mancher redet in einer Tour beim Trainieren. Laberrhabarber. Kein Wunder, dass viele andere Stöpsel tragen.

- DATE-SUCHER: In erster Linie Männer, die die Begriffe Fitness und Flirten zu verwechseln scheinen. Wer zu viel will (Liebe, Sex und Zärtlichkeit), kann wie immer rasch enttäuscht sein.

- STEPPER: Oft Frauen, bei denen der Pferdeschwanz hübsch hüpft, während sie auf dem Stepper, Crosstrainer, Laufband oder Fahrrad Ausdauersport betreiben.

- LÄSTERER: Für manchen Fiesling scheint die Schulzeit im Sportstudio fortzuleben. Wie einst im Turnunterricht, tuschelt und lästert er über besonders korpulente Mittrainierende.

- PROTEIN-PROFIS: Das Schönste am Sport ist der Shake danach - so könnte das Motto von jenen Männern und Frauen lauten, die nach dem Workout ein Eiweiß-Mixgetränk brauchen. Erdbeer, Vanille, Schoko?

- WASSER-VERTILGER: Nicht ohne meine Wasserflasche - so lautet das Motto dieser Studiobesucher, die literweise erfrischendes Klares in sich gießen. Lieber still als mit Sprudel. Sonst: Rülpsgefahr.

- ÜBERALL-ÜBERTREIBER: Sie trinken literweise Eistee oder gar Cola beim kalorienabbauenden Training oder nehmen es in der Umkleide mit der Körperpflege sehr genau - Deospray-Exzess inklusive.

- FREESTYLE-FANS: Fitness-Fortgeschrittene, die das Trainieren an Geräten gestrig finden. Bauch, Beine, Po werden ihrer Meinung nach am schönsten ohne Gewichte, nur mit der Kraft des eigenen Körpers.

- KURS-KANONEN: Bodypump? Dynamic Pilates? Pump'n Shape? Yogates? Beispiele für Kursnamen. Viele lassen sich lieber beim Muskelaufbau in der Gruppe motivieren und an Leistungsgrenzen bringen.

- EWIGE NUDISTEN: Es gibt Menschen, die sich am liebsten im Wellness-Bereich von Studios - in Sauna, Dampfbad oder Pool - aufhalten und nackt rumlungern. Nicht jeder will jeden so sehen.

- AUSREDEN-ASSE: Alle guten Vorsätze oder auch das bezahlte Abo lassen bei diesen Leuten den inneren Schweinehund unbesiegt. Irgendwas ist immer, was «leider leider» am Studiobesuch hindert.

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