04. Juni 2014

De Maizière präsentiert Kriminalstatistik

Berlin (dpa) - Wegen der wachsenden Zahl der Wohnungseinbrüche fordert die Gewerkschaft der Polizei (GdP) einen Stopp des Personalabbaus bei den Ermittlungsbehörden.

Cyberkriminalität
Die Internetkriminalität hat ein Rekordniveau erreicht. Foto: Uli Deck/Symbolbild
dpa

Für die gut organisierten Banden, die Deutschland ins Visier genommen hätten, gebe es derzeit nur ein geringes Entdeckungsrisiko, sagte der GdP-Bundesvorsitzende Oliver Malchow der Nachrichtenagentur dpa. «Wir haben zu wenige Leute, denen man zu wenig Zeit gibt, nach Einbrüchen eine intensive Tatortarbeit zu machen», klagte er. Diese sei aber notwendig, um Lagebilder für die weiteren Ermittlungen zu erstellen.

Im vergangenen Jahr gab es in Deutschland fast 150 000 Wohnungseinbrüche - so viele wie seit 15 Jahren nicht mehr. Das geht aus der Polizeilichen Kriminalstatistik hervor, die Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) am Mittwoch offiziell vorstellen will.

Nach Informationen der Tageszeitung «Die Welt» weist die Statistik auch ein deutliches Plus bei der Kinderpornografie aus. Beim Delikt «Besitz und Verschaffung von Kinderpornografie» sei die Zahl der Fälle um etwa 28 Prozent auf 4144 Straftaten gestiegen. Im Gegensatz dazu sei die Aufklärungsquote im Vergleich zu 2012 leicht gesunken.

Der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) macht dafür auch personelle Engpässe verantwortlich. In vielen Bundesländern müsse die Polizei schon Privatfirmen beauftragen, um sichergestellte Festplatten mit verdächtigen Fotos und Videos auszuwerten, sagte BDK-Chef André Schulz.

Ein Plus gibt es nach einem Bericht der «Leipziger Volkszeitung» auch bei der Zahl der Auto-Diebstähle. Vor diesem Hintergrund übte Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU) Kritik an der Automobil-Industrie. Es sei für ihn «völlig unverständlich, warum moderne Autos automatisch einparken können, aber in wenigen Sekunden geknackt sind».

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