22. September 2014

Jeder Dritte will Gesetz gegen frühes Weihnachtsgeschäft

Berlin (dpa) - Gut drei Monate vor Heiligabend fühlen sich die meisten Bundesbürger vom weihnachtlichen Angebot in den Geschäften genervt. Fast jeder Dritte in Deutschland wünscht sich ein Verbot für Lebkuchen, Glühwein und Weihnachtslieder in den Läden vor einem bestimmten Stichtag im Jahr.

Weihnachtsparty am Strand
So wie in Australien würden auch hierzulande einige gern Weihnachten feiern - die meisten sind jedoch dagegen. Foto: Jenny Evans/Archiv
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Weihnachtsmänner im Spätsommer
Vor allem Ältere können mit Schokoweihnachtsmännern im Spätsommer wenig anfangen. Foto: Felix Kästle
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Frühzeitige Weihnachtsangebote
Eine Frau trägt am 19.09.2014 Weihnachtsgebäck und Pfefferkuchen in ihrem Einkaufsnetz. Foto: Jens Kalaene/Archiv
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Glühwein und Weihnachtsdeko
Verderben frühe Weihnachtsangebote die Vorfreude auf das Fest?. Foto: Arno Burgi/Archiv
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Adventskranz
Die Initiative «Alles hat seine Zeit! Advent ist im Dezember» der Evangelischen Kirche fordert eine Rückbesinnung auf die ursprungliche Bedeutung der Zeit. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/Archiv
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Das ergab eine repräsentative Online-Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Nachrichtenagentur dpa. Demnach befürworten 31 Prozent ein Gesetz gegen frühzeitige Weihnachtsangebote. 59 Prozent lehnen eine verbindliche Regelung ab.

VORFREUDE? Eine deutliche Mehrheit von fast zwei Dritteln (63 Prozent) erklärte sich genervt von Festtagsgebäck und -naschereien schon im September. Und fast jedem Zweiten (47 Prozent) verderben frühe Weihnachtsangebote die Vorfreude auf das Fest. Hier gibt es jedoch ein starkes Altersgefälle. Von den 18- bis 24-Jährigen fühlen sich nur 33 Prozent beeinträchtigt. Bei den 45- bis 54-Jährigen ist der Anteil der Menschen, deren Vorfreude auf die Weihnachtstage leidet, mit 56 Prozent am größten.

HANDEL: Viele Kunden greifen trotzdem zu Spekulatius, Lebkuchen oder Stollen. «Die Erfahrung zeigt: Die Leute kaufen es dann schon», sagte der Sprecher des Handelsverbands Deutschland, Stefan Hertel, am Montag. Deshalb komme seit Jahren Anfang September Weihnachtsware in die Läden. «Regalplätze sind den Händlern lieb und teuer. Sie legen da nichts hinein, was sie nicht verkaufen können.»

UMSATZ: Gerade vor der Adventszeit will die Auswahl in den Regalen sorgfältig durchdacht sein. Denn das Weihnachtsgeschäft macht einen großen Teil des Jahresumsatzes im Einzelhandel aus. Im November und Dezember 2013 lag der Umsatz bei 79,8 Milliarden Euro. Viele Händler hoffen wohl, diese goldenen Zeit mit frühen Angeboten noch einmal um ein paar Wochen zu verlängern. Laut Umfrage nutzen das aber nur wenige Kunden. 27 Prozent der Befragten gab an, dass ihnen frühe Weihnachtsangebote helfen, passende Geschenke zu finden.

STARTTERMIN? Fragt man die Bürger, wann ihrer Meinung nach die Vorweihnachtszeit mit Märkten, festlicher Dekoration und den passenden Angeboten beginnen sollte, gibt es eine klare Tendenz: nicht vor November. 45 Prozent halten Mitte November für einen guten Starttermin, 40 Prozent den Ersten Advent - dieses Jahr ist das der 30. November. Nur 6 Prozent würden gerne schon zum kalendarischen Herbstanfang am Dienstag (23. September) starten. «Ruhig schon nach den Sommerferien», antworteten gerade mal 3 Prozent. Für die Online-Umfrage wurden 1053 Teilnehmer interviewt.

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