08. September 2014

Krebskranker Junge Ashya zu Behandlung nach Prag ausgeflogen

Prag (dpa) - Der krebskranke Ashya aus Großbritannien bekommt nach einem wochenlangen Tauziehen um seine Behandlung endlich Hilfe.

Ashya King
Die Reise des krebskranken Jungen Ashya führte von England über Spanien nach Tschechien. Foto: Filip Singer
dpa

Der Fünfjährige wurde am Montag mit einer Flugambulanz aus dem spanischen Málaga ins Kinderkrankenhaus Prag-Motol gebracht. Das teilte eine Sprecherin des Protonen-Therapiezentrums mit, das den an einem Gehirntumor erkrankten Jungen behandeln wird. Ashya habe die Reise gut überstanden. Zunächst sind weitere Untersuchungen geplant. «Es ist ein sehr bösartiger Tumor und wir müssen sicherstellen, dass er nicht wächst», sagte Professor Jan Stary, Chefarzt der Kinderkrebsstation.

Die Strahlentherapie mit Protonen-Teilchen könne bereits in der nächsten Woche beginnen. Diese seien für umliegende Organe schonender als konventionelle Röntgenstrahlen, da sie sich besser lenken ließen, sagte Stary. Die Wirksamkeit der Methode ist aber noch nicht vollends erforscht.

Die Kosten der vergleichsweise neuen und auch teuren Protonentherapie liegen in Prag bei mindestens 65 000 Euro. Die Bezahlung will die private Klinik später klären. «Das Interesse des Kindes geht vor», sagte Motol-Direktor Miloslav Ludvik.

Begleitet wurde Ashya von seinen Eltern. Er sei froh, endlich in Tschechien zu sein, sagte sein Vater Brett King den wartenden Journalisten. «Der ernste Zustand des Jungen hat einen Transport unter ärztlicher Begleitung erforderlich gemacht», erläuterte Stary.

Die Ärzte stellten eine besondere Bedingung für die Aufnahme des kleinen Ashya. «Nach unseren Informationen sind die Eltern Zeugen Jehovas, wir können aber Bluttransfusionen im Verlauf der Behandlung nicht ausschließen», machte Klinikdirektor Ludvik deutlich. Manche Angehörige der Glaubensgemeinschaft lehnen Bluttransfusionen aus religiösen Gründen ab.

Ashyas Schicksal hatte international Aufsehen erregt, nachdem seine Eltern ihn gegen den Willen der Ärzte zunächst nach Spanien gebracht hatten. Dort wollten sie ihr Ferienhaus verkaufen, um die Behandlung in Prag zu finanzieren, die in Großbritannien nicht angeboten wurde. Schließlich gab ein britisches Gericht seine Zustimmung zur Verlegung des Kindes nach Tschechien.

Das private Bestrahlungszentrum PTC in Prag nahm vor zwei Jahren den Betrieb auf. Es ist eines von rund einem Dutzend derartiger Zentren weltweit. Die Baukosten lagen bei umgerechnet knapp 125 Millionen Euro.

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