23. September 2014

Kreuzfahrtriese erreicht Nordsee ohne Probleme

Gandersum (dpa) - Das bisher größte in Deutschland gebaute Kreuzfahrtschiff hat seine erste Fahrt über die schmale Ems in die Nordsee problemlos gemeistert. Tausende Schaulustige beobachteten es dabei.

Flussfahrt
Flussfahrt: Der 348 Meter lange und 41 Meter breite Kreuzfahrtschiff-Neubau "Quantum of the Seas" wird zentimeterweise durch eine besonders enge Stelle der Ems bugsiert. Foto: Ingo Wagner
dpa

Die 348 Meter lange «Quantum of the Seas» wurde im Binnenland bei der Meyer Werft im emsländischen Papenburg gebaut. Für die erste Fahrt in die rund 40 Kilometer entfernte Nordsee musste die enge Ems aufgestaut werden - Umweltschützer hatten das im Vorfeld scharf kritisiert, weil die Wasserqualität des Flusses darunter leide.

Das Schiff startete am Montag im Schritttempo, es fuhr rückwärts, weil es sich so besser manövrieren lässt. So passierte es am Dienstag deutlich später als geplant das Ems-Sperrwerk in Gandersum, bevor es über den Dollart die offene See erreichte.

Das Schiff habe die Fahrt problemlos gemeistert, sagte der Sprecher der Meyer Werft, Peter Hackmann. Nun wird die schwimmende Kleinstadt, die Platz für 4100 Gäste bietet, an den neuen Eigentümer geliefert.

Das Schiff ist aktuell der drittgrößte Kreuzfahrtriese der Welt. Er wurde für die US-Reederei Royal Caribbean International gebaut, der Heimathafen der «Quantum of the Seas» wird New York sein.

Um den Standort der Meyer Werft im Binnenland gibt es seit Jahrzehnten Streit. Bisher wurden dort 37 Kreuzfahrtschiffe für Kunden aus aller Welt gebaut. Wegen der Schiffsüberführungen in die Nordsee muss die Ems aber regelmäßig ausgebaggert und aufgestaut werden. Das belastet den Fluss und führt nach Ansicht der Naturschutzverbände zu vielen Umweltproblemen, etwa einem zu hohen Salz- und einem zu geringen Sauerstoffgehalt im Fluss.

Weitere Artikel aus diesem Ressort
Anzeige