Ermittlungen
28. März 2017

Kunstdiebstahl im Bode-Museum: Keine Spur von 100-Kilo-Münze

Auch die Polizei spricht von einem der spektakulärsten Kunstdiebstähle in Berlin. Von der millionenschweren Goldmünze aus dem Bode-Museum gibt es vorerst keine Spur.

Luftaufnahme
Das Bode-Museum aus der Vogelperspektive: Das Museum liegt zwischen der Spree und dem Kupfergraben. Foto: Bernd Settnik
dpanitf3
Goldmünzen-Diebstahl
Noch keine Spur von der 100-Kilo-Münze: Der Sprecher der Polizei Berlin, Winfrid Wenzel, steht Journalisten Rede und Antwort. Foto: Silas Stein
dpanitf3
Bode Museum
Ein Werbebanner mit der Aufschrift «Muse macht Moneten» hängt am Bode-Museum. Foto: Paul Zinken
dpanitf3
Größte Goldmünze der Welt
So schwer, dass gleich drei kräftige Männer anpacken müssen. Foto: Hans Klaus, APA/Archiv
dpanitf3

Berlin (dpa) - Bei der Fahndung nach den Goldmünzen-Dieben von Berlin sucht die Polizei auch nach möglichen Helfershelfern aus dem Umfeld des Museums. Bei einem derart spektakulären Fall prüfe man selbstverständlich, ob es Insiderwissen gegeben habe, sagte Polizeisprecher Winfrid Wenzel.

«Wegen der Schwere des Objekts» gingen die Ermittler zudem von mehreren Tätern aus. Hinweise auf sie gab es zunächst nicht. Die Diebe hatten am frühen Montagmorgen eine zwei Zentner schwere kanadische Goldmünze aus dem Bode-Museum gestohlen. Allein das Material - reinstes Gold - ist nach derzeitigem Stand etwa 3,7 Millionen Euro wert. Die Polizei geht eigenen Angaben zufolge davon aus, dass die Diebe die Münze einschmelzen und in kleineren Portionen zu Geld machen wollen.

Nach den bisherigen Ermittlungen stiegen die Täter über eine ausziehbare Aluleiter vom Bahndamm hinter dem Museum in das Haus ein. Mit einer später ebenfalls gefundenen Schubkarre wuchteten sie ihre Beute den Bahndamm entlang auf die andere Seite der Spree, um dort vermutlich mit einem Auto zu fliehen.

Beim Abtransport wurde die Münze dem Polizeisprecher zufolge beschädigt. Am Bahndamm unter dem Museum habe man eine Stelle gefunden, auf die die Münze aus einer Höhe von drei oder vier Metern aufgeschlagen sei. «Ob das ein kontrollierter Wurf war, um das Absteigen über die Leiter zu vermeiden, oder ein kurzzeitiger Kontrollverlust der Täter, wissen wir nicht», so Wenzel.

Das schwere Goldstück, 2007 in nur fünf Exemplaren von der Königlichen Kanadischen Münze geprägt, war die Leihgabe eines Privatmanns an das Bode-Museum. Zu Details der Versicherung wollten die Verantwortlichen keine Auskunft geben.

Das Haus, das mit der Museumsinsel zum Weltkulturerbe zählt, war am Dienstag wieder wie üblich geöffnet. «Unsere Sicherheitsmaßnahmen waren und sind hoch», sagte Museen-Sprecher Markus Farr. «Nach dem Vorfall haben wir sie in allen Häusern noch etwas erhöht.» Einzelheiten nannte er nicht.

Weitere Artikel aus diesem Ressort
Anzeige