23. Juni 2014

Naturschutzprojekt an der einstigen Grenze: Grünes Band wird 25

Berlin (dpa) - Als vor fast 25 Jahren die Berliner Mauer fiel, entstand entlang des gesamten ehemaligen Todesstreifens das Grüne Band. In der Sperrzone hatten gefährdete Tier- und Pflanzenarten Zuflucht gefunden.

«Grünes Band»
Eine Informationstafel weist bei Milz in Thüringen auf den früheren Todesstreifen hin. Foto: Martin Schutt
dpa

Naturschützer setzten sich dafür ein, dass das Gebiet auch nach der Wiedervereinigung ein Refugium etwa für das Braunkehlchen, den Fischotter oder die Wildkatze blieb. Heute ist das knapp 1400 Kilometer lange Grüne Band eines der größten Naturschutzprojekte Deutschlands.

Es weist allerdings Lücken von insgesamt etwa 180 Kilometern auf. «Damit sind wir natürlich überhaupt nicht zufrieden», sagt die Leiterin des Projektbüros Grünes Band beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Liana Geidezis. Immerhin habe man die von Acker- und Straßenbau zerschnittenen Flächen seit 2001 von 15 auf 13 Prozent reduzieren können. Das Bundesumweltministerium fördert das BUND-Projekt «Lückenschluss Grünes Band» über das Programm Biologische Vielfalt.

Trotzdem sei das Ziel des lückenlosen Biotopverbunds noch in weiter Ferne. «Der Flächenhunger treibt die Preise in die Höhe und macht es immer schwieriger, weil auch Bauern die Flächen kaufen wollen», erklärt Geidezis. Der BUND kauft seit dem Jahr 2000 Privatbesitzern Land ab, um es in das Grüne Band zu integrieren. Die Möglichkeiten seien aber begrenzt, da man auf Spendengelder angewiesen sei, so Geidezis.

Der Bund, dem der ehemalige Grenzstreifen gehörte, hat die Hälfte der Fläche an die Länder übertragen. Mit ihnen sei eine zeitnahe Umwandlung des Landes in Naturschutzgebiete vereinbart, sagt Geidezis. «Wir hoffen, dass sie zu Potte kommen». Thüringen sei sehr bemüht, Lösungen zu finden. Besonders intensiv genutzte Gebiete wie die Magdeburger Börde seien problematisch.

Das Grüne Band hat sich mittlerweile zu einem europäischen Projekt ausgeweitet. Entlang des ehemaligen Eisernen Vorhangs soll es über mehr als 12 500 Kilometer vom Nordpolarmeer bis zum Schwarzen Meer führen. Der BUND ist als Regionalkoordinator für den Abschnitt von der Ostsee bis Kroatien und Slowenien zuständig.

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