Fahndung nach DHL-Erpresser
06. Dezember 2017

Polizei warnt weiter vor verdächtigen Paketen

Mit mehr als 50 Beamten fahndet eine Sonderkommission der Brandenburger Polizei nach dem DHL-Erpresser, der Paketbomben verschickt. Empfänger von Pakten werden zu höchster Achtsamkeit aufgerufen.

Potsdam (dpa) - Im Zuge der Fahndung nach dem DHL-Erpresser warnt die Polizei eindringlich vor dem Öffnen verdächtiger Pakete.

Da Paketbomben in der Regel erst beim Öffnen explodierten, sollten Empfänger bei einem Verdacht das Paket oder den Brief keinesfalls berühren und sich in Sicherheit bringen, hieß es in einer vom Polizeipräsidium des Landes Brandenburg im Internet veröffentlichten Handlungsanweisung: «Unterlassen Sie im Verdachtsfall jegliches weiteres Hantieren mit der Sendung!»

Mit einer Grafik wird erläutert, welche Merkmale eine verdächtige Postsendung haben könnte. Die Anweisung soll nun auch als Handzettel an die Bevölkerung verteilt werden.

Allein am Vortag seien von Bürgern acht Verdachtsfälle gemeldet worden, die sich glücklicherweise als harmlos herausgestellt hätten, sagte Polizeisprecherin Stefanie Klaus am Mittwoch. «Wir sind sehr froh, dass die Bürger so aufmerksam sind und rufen dazu auf, jeden Verdachtsfall zu melden.»

Zu der Paketbombe, die in der vergangenen Woche einer Potsdamer Apotheke zugestellt wurde, seien bei der Sonderkommission «Quer» bislang mehr als hundert Hinweise eingegangen. «Eine heiße Spur war bislang nicht darunter», sagte Klaus.

Nach einem Bericht der «Bild»-Zeitung (Mittwoch) sollen der oder die Erpresser von dem Paketdienstleister DHL zehn Millionen Euro in der Kryptowährung Bitcoins fordern. Zu dem Bericht wollte sich die Polizei nicht äußern. Die Staatsanwaltschaft war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Der unbekannte Erpresser hatte Anfang November Paketbomben an einen Online-Versandhändler in Frankfurt (Oder) und vergangenen Freitag an eine Apotheke in Potsdam geschickt. In einem mit einem «QR»-Code verschlüsselten Schreiben wurde DHL zur Zahlung einer Geldsumme in Höhe von mehreren Millionen Euro aufgefordert. Es handelt sich dabei um einen Barcode, mit dem Informationen verschlüsselt versendet werden können.

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