11. März 2014

Smog verpestet Peking erneut

Peking (dpa) - Feinstaub und Stickoxide rauben Chinas Bürgern den Atem. Kaum eine Großstadt hält die Grenzwerte ein. Die Umweltschutzbehörde gibt Verstöße zu. Aber der Giftcocktail lässt sich schwer vertreiben.

Smog in China
Die Zahl der Patienten mit Lungenproblemen in Krankenhäusern steigt. Foto: Hao Bin
dpa
> zur Bildergalerie
Smog in Peking
Smog in Peking: Die Luftverschmutzung gilt als einer der Gründe für den Einbruch im Tourismus. Foto: Rolex Dela Pena
dpa
> zur Bildergalerie
Smog in Peking
Die extreme Schadstoffbelastung macht Peking «fast unbewohnbar für menschliche Wesen», stellte eine Studie fest. Foto: Diego Azubel
dpa
> zur Bildergalerie
Atmen durch den Schal
Atmen durch den Schal: Eine Frau auf den Straßen der chinesischen Metropole Harbin. Foto: Hao Bin/Archiv
dpa
> zur Bildergalerie
Unsichtbares Hongkong
Unsichtbares Hongkong: Die Stadt versinkt im Smog. Foto: Alex Hofford/Archiv
dpa
> zur Bildergalerie

Feinstaub verpestet nach dem schlimmsten Smog dieses Winters erneut die Luft in Peking. Am Dienstag kletterte der Index für die Schadstoffe laut Messungen der US-Botschaft auf mehr als 350. Der Wert für den besonders gefährlichen Feinstaub kleiner als 2,5 Mikrometer lag über dem 14-Fachen des empfohlenen Grenzwertes der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Zuvor hatte der Vizechef der chinesischen Umweltschutzbehörde, Wu Xiaoqing, eine Hiobsbotschaft verkündet: Im vergangenen Jahr hätten nur 3 von 74 Großstädten in China den staatlichen Standard für gute Luft eingehalten.

Lediglich Lhasa auf der tibetischen Hochebene, die Stadt Haikou auf der Tropeninsel Hainan, und die Küstenstadt Zhoushan in der ostchinesischen Provinz Zhejiang blieben innerhalb des Limits. Allerdings liegt selbst diese Behördenvorgabe mit einem Wert von 100 beim Vierfachen der WHO-Empfehlung.

«Die Hauptursachen für den Smog sind Kohleverbrennung, Industrie, Fahrzeuge, Staub von Baustellen und Straßenbau», sagte Wu Xiaoqing am Samstag auf einer Pressekonferenz in Peking. Rund ein Drittel der gesamten Luftbelastung werde von drei Regionen produziert: dem Gebiet um Peking, dem Delta des Jangtse-Stroms und dem Perlfluss-Delta in Südchina. Die Gebiete machten zwar nur acht Prozent von China Fläche aus, aber konsumierten 43 Prozent der Kohle und produzierten 55 Prozent des Stahls sowie 40 Prozent des Zements in China.

Mit neuen Programmen will die Regierung den Giftcocktail aus Grob- und Feinstaub, Ozon, Schwefeldioxid, Stickoxiden und anderen Stoffen in Chinas Luft eindämmen. Regierungschef Li Keqiang hat der Umweltverschmutzung den Krieg erklärt. Noch in diesem Jahr soll die Kapazität von veralteten Stahlfabriken um 27 Millionen Tonnen sowie die Zementproduktion um 42 Millionen Tonnen jährlich gesenkt werden.

Luftwerte

Luftverschmutzungskarte

US-Botschaft Luftindex

Protokoll Pressekonferenz Wu Xiaoqing, Chinesisch

Weitere Artikel aus diesem Ressort
Anzeige