15. April 2014

Staatsanwalt beendet Kreuzverhör: Pistorius wollte töten

Pretoria (dpa) - Der Staatsanwalt sieht sich nach fünf Tagen Kreuzverhör von Paralympics-Star Oscar Pistorius bestätigt, dass der Angeklagte seine Freundin Reeva Steenkamp ermordet hat. Trotz aller Widersprüche und Wissenslücken bleibt der behinderte Profisportler bei seiner Version.

Staatsanwalt Gerrie Nel
Staatsanwalt Gerrie Nel hatte Pistorius ins Kreuzverhör genommen. Foto: Kim Ludbrook
dpa

«Sie war im Badezimmer eingeschlossen und Sie haben sich bewaffnet aus dem einzigen Grund, sie zu erschießen und zu töten», sagte Staatsanwalt Gerrie Nel zum Ende seines Kreuzverhörs in Pretoria.

Pistorius hatte in der Nacht zum 14. Februar 2013 in seinem Haus in Pretoria durch die verschlossene Toilettentür seine damals 29 Jahre alte Freundin erschossen. Der 27-Jährige beteuert, er habe dort einen Einbrecher vermutet und aus Angst geschossen. Im Kreuzverhör allerdings sagte er, er habe gar nicht die Absicht gehabt, zu schießen. Es sei «ein Unfall» gewesen.

Der Staatsanwalt nannte die Version der Ereignisse von Pistorius unplausibel. Das Gericht werde zu dem Ergebnis kommen, dass «Sie vier Schüsse durch die Tür abgegeben haben, wohlwissend, dass sie (Steenkamp) dahinterstand», sagte der Staatsanwalt. «Das stimmt nicht», sagte Pistorius schluchzend.

In den Prozesstagen zuvor hatte er sich immer wieder in Widersprüche verwickelt. Der Angeklagte gab - oft unter Tränen und mit zittriger Stimme - mehrfach zu, dass er seit der Tat unterschiedlich über Details wie das Ausschalten der Alarmanlage ausgesagt habe. Er begründete die Widersprüche meist mit Gedächtnislücken. Bei einer Verurteilung droht Pistorius eine lebenslange Gefängnisstrafe.

Der Staatsanwalt beantragte am Dienstag eine Prozessunterbrechung bis zum 5. Mai. Die Verteidigung will sogar eine noch längere Verhandlungspause einlegen. Die Richterin will darüber am Mittwoch entscheiden. Bisher wurde an 23 Tagen verhandelt. Ein Urteil wird frühestens in der zweiten Hälfte Mai erwartet.

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