08. April 2014

Todesfahrer von Regensburg muss in die Psychiatrie

Regensburg (dpa) - Mit seinem Sportwagen raste er durch Regensburg, tötet ein Kind und verletzte drei Menschen - jetzt muss der Todesfahrer in die Psychiatrie.

Unfallwagen
Bei der Raserei im vergangenen August hatte der Mann eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Foto: Armin Weigel
dpa

Das Landgericht Regensburg verurteilte den 46-Jährigen am Dienstag wegen fahrlässiger Tötung und dreifacher fahrlässiger Körperverletzung im Zustand der Schuldunfähigkeit. Bei der knapp einstündigen Raserei im vergangenen August hatte der psychisch kranke Mann eine Fünfjährige getötet, deren Schwester schwer verletzt und eine Spur der Verwüstung hinterlassen. «Wir sind überzeugt, dass von dem Beschuldigten weitere erhebliche Straftaten mit hoher Wahrscheinlichkeit möglich sind», sagte der Vorsitzende Richter Werner Ebner.

Ein Gutachter hatte dem 46-Jährigen zur Tatzeit Schuldunfähigkeit attestiert und die Unterbringung in der Psychiatrie befürwortet. «In der menschlichen Tragödie gibt es keinen Schuldigen. Der Beschuldigte war Opfer seiner schweren psychischen Erkrankung», betonte Ebner. Es habe sich um ein «schicksalhaftes, unabwendbares Ereignis» gehandelt.

Der 46-Jährige hatte psychische Probleme und sich zweieinhalb Monate vor der Tat freiwillig im Krankenhaus behandeln lassen. Am Abend vor der Amokfahrt hatte er die psychiatrische Klinik verlassen und war nicht zurückgekehrt.

Etwa eine Stunde raste er mit seinem Sportwagen mit einem Tempo von bis zu 130 Stundenkilometern durch die Domstadt und hielt Polizei und Passanten in Atem. Er missachtete zahlreiche rote Ampeln und fuhr über Rad- und Gehwege sowie Grünanlagen. Dabei verletzte er mehrere Menschen. In einer scharfen Linkskurve verlor der 46-Jährige dann die Kontrolle über sein Fahrzeug und landete im Schaufenster des Waschsalons. Auf den Eingangsstufen hatten die beiden jungen Schwestern gespielt. Die Fünfjährige starb wenig später im Krankenhaus, die drei Jahre alte Schwester überlebte schwer verletzt. Auch der Todesfahrer wurde verletzt.

Der Todesraser hatte im Prozessverlauf geschwiegen. Erst in seinem letzten Wort am vergangenen Freitag hatte er sich an die Mutter der getöteten Fünfjährigen gewandt und sein Beileid ausgesprochen. Es tue ihm leid, hatte der Mann gesagt.

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