10. März 2014

Tote, Verletzte und Vermisste nach Explosion eines Wohnhauses

Itzehoe (dpa) - Eine gewaltige Explosion hat ein Mehrfamilienhaus in Itzehoe in Schleswig-Holstein komplett zerstört und mindestens drei Menschen das Leben gekostet.

Explosion in Mehrfamilienhaus
Insgesamt waren elf Bewohner in dem Haus gemeldet. Foto: Daniel Friederichs
dpa

15 Menschen wurden laut Polizei verletzt - zwei von ihnen schwebten in Lebensgefahr, zwei kamen schwer verletzt ins Krankenhaus. Auch Stunden nach dem Knall suchten Spürhunde und Rettungskräfte unter den Trümmern nach einem vermissten Hausbewohner. Der Einsatz sollte sich bis spät in die Nacht hinziehen.

Das Haus stürzte am Montagmorgen gegen 9.00 Uhr völlig in sich zusammen - warum, blieb zunächst unklar. Angrenzende Gebäude wurden ebenfalls stark beschädigt, rund 100 Menschen durften vorerst nicht in ihre Wohnungen zurück. «Die ganze Straße ist voller Splitter», sagte eine Polizeisprecherin.

Ein Großaufgebot von Polizei und Feuerwehr eilte zur Unglücksstelle, Rettungshubschrauber wurden angefordert. Rund 365 Rettungskräfte waren im Einsatz. Auch viele Schaulustige versammelten sich rund um den Ort der Explosion.

Der Sprecher der Rettungsdienstkooperation, Christian Mandel, sagte: «Die Rettungskräfte sind mit Hochdruck dabei, das Trümmerfeld zu räumen.» Teils werde der Schutt mit bloßen Händen abgetragen. Auch mit Baggern wurden Trümmerteile weggeräumt.

Bei der Suche nach den Vermissten schlug nach Mandels Angaben am Mittag ein Spürhund an - die Helfer konnten dort jedoch niemanden entdecken. «Die Rettungsmaßnahmen hier werden so lange fortgeführt, bis Gewissheit besteht, was mit diesen drei Personen ist», kündigte der Sprecher an. Bis zum Abend wurden zwei der drei Vermissten tot geborgen. Bei ihnen handelte es sich laut Polizei um einen 58 Jahre alten Bauarbeiter und einen zunächst noch nicht identifizierten Mann.

In dem Wohnhaus waren den Angaben zufolge elf Menschen gemeldet. Wie viele von ihnen zum Zeitpunkt der Explosion in ihren Wohnungen waren, war zunächst unklar. Der bereits am Vormittag entdeckte Tote - ein 36-Jähriger - und vier Verletzte seien Hausbewohner, erklärte die Sprecherin. Bei den anderen Verletzten handelte es sich nach ersten Erkenntnissen um Mieter umliegender Wohnungen, möglicherweise auch um Passanten.

Die Kriminalpolizei nahm Ermittlungen zur Unglücksursache auf. Auf der Straße vor dem Mehrfamilienhaus gab es Sanierungsarbeiten. Nach der Explosion war anfangs vermutet worden, ein Bagger habe eine Gasleitung beschädigt. Die Polizei bestätigte dies jedoch nicht. Dennoch wurde das Gas in den Straßen rund um die Unglücksstelle abgestellt, wie die Sprecherin berichtete.

Die Druckwelle der Explosion beschädigte etliche Häuser. Die Einsatzkräfte räumten mehrere Straßenzüge, Statiker sollten die Gebäude begutachten. Die rund 100 Anwohner sollten in Hotels untergebracht werden und auch psychologische Hilfe bekommen. Am Abend gedachten rund 100 Menschen mit einem Trauermarsch der Opfer.

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