16. April 2014

Wetter hilft bei Löscharbeiten in Valparaiso

Valparaíso (dpa) - Chiles Regierung hat den Opfern der Feuerkatastrophe von Valparaiso unbürokratische Hilfe zugesagt. Sie sollen finanziell unterstützt werden, damit sie ihr verlorenes Hab und Gut zumindest teilweise ersetzen können.

Aufräumarbeiten
Aufräumarbeiten in Valparaíso. Die Flammen scheinen gebändigt, doch noch gibt es keine Entwarnung. Foto: Felipe Trueba
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Brandruine
Staatschefin Michelle Bachelet kündigte an, sie werde einen Sonderdelegierten für den Wiederaufbau ernennen. Foto: Felipe Trueba
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Freiwillige
Viele Freiwillige helfen bei den Aufräumarbeiten. Foto: Sebastian Silva
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Hilfsgüter
Ein Soldat bewacht ein Lager mit Hilfsgütern. Foto: Sebastian Silva
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Zelte
Mehr als 11 000 Menschen sind obdachlos; viele übernachten erst mal in Zelten. Foto: Felipe Trueba
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In der Hafenstadt machten günstige Wetterbedingungen den Helfern Hoffnung, dass der Brand vollkommen unter Kontrolle gebracht werden kann. «Es gibt 12 500 Menschen, die einen Platz zum Leben brauchen. Bald kommt der Winter, deshalb brauchen sie zumindest für die Übergangszeit eine würdige Bleibe», sagte Präsidentin Michelle Bachelet in einem TV-Interview. Sie sprach am Mittwoch von dem «schlimmsten städtischen Brand in der Geschichte des Landes».

Nach aktuellen Zahlen wurden bei der Katastrophe rund 2900 Wohnungen zerstört. In den nächsten Tagen sollen die Sonderbeauftragten für den Wiederaufbau Valparaisos sowie für die vom Erdbeben vom 1. April betroffene Landesregion ernannt werden. Innenminister Rodrigo Peñailillo zeigte sich geschockt von der Situation in dem Katastrophengebiet. «Ich habe noch niemals zuvor etwas so Furchtbares gesehen», sagte er bei einem Besuch in der Hafenstadt.

In der Region begünstigten leichte Bewölkung und nur schwacher Wind die Arbeiten der Löschmannschaften. Die Ursache des Brandes blieb weiter unklar. Wie die Tageszeitung «El Mercurio» berichtete, wies der Besitzer des Grundstücks, auf dem das Feuer ausgebrochen war, auf einen früheren Brand auf dem Gelände hin. Starker Wind habe dort vor vier Jahren die Kabel von Stromleitungen aneinandergedrückt, sagte Paul Rivera.

Brandermittler vermuten, dass zwei Truthahngeier, die sich auf die Hochspannungsleitung gesetzt hatten, den Brand auslösten. Im Wind hätten sich zwei Kabel berührt, die Geier seien verbrannt. Die entstandenen Funken hätten die trockenen Blätter am Boden entzündet.

In Valparaiso trafen immer mehr Hilfslieferungen für die Opfer ein, die zumeist alles verloren hatten und in Schulen und Hotels nur notdürftig Unterschlupf fanden. Das Ausmaß der Spendenbereitschaft übersteige alle Erwartungen, sagte der Innenminister. Zum Teil seien die Straßen durch die vielen Hilfslieferungen verstopft.

Bei der am Samstag ausgebrochenen Feuersbrunst in Chiles bedeutendster Hafenstadt sind mindestens 15 Menschen getötet worden. Das zum Weltkulturerbe zählende Zentrum der Stadt blieb von der Katastrophe verschont.

Bericht Nachrichtenportal Emol

Zivilschutzbehörde Onemi

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