05. September 2014

Anführer der Al-Shabaab-Miliz in Somalia getötet

Washington (dpa) - Den Amerikanern ist erneut ein bedeutender Schlag gegen den internationalen Terrorismus gelungen. Der seit langem gesuchte Anführer der Al-Shabaab-Miliz in Somalia wurde bei einem Raketenangriff getötet.

Somalische Truppen
Somalische Truppen während einer Offensive gegen die Al-Shabaab-Miliz in Mogadischu. Foto: Said Yusuf Warsame
dpa

Der Anführer der radikalislamischen Al-Shabaab-Miliz ist nach Angaben der US-Regierung und der somalischen Führung bei einer gezielten amerikanischen Militäroperation in Somalia getötet worden. Der Tod von Ahmed Abdi Godane sei «ein bedeutender operativer und symbolischer Verlust für die Al-Kaida-Verbündeten in Afrika», betonte der Sprecher von Präsident Barack Obama, Josh Earnest, am Freitag in einer Mitteilung.

Zuvor hatte das Verteidigungsministerium in Washington den Tod des gesuchten Top-Terroristen nach tagelanger Überprüfung entsprechender Berichte bestätigt. Er sei in Folge des US-Angriffs am Montag gestorben, hieß es aus dem Pentagon. Weitere Details nannte das US-Verteidigungsministerium nicht.

An der Operation von Spezialeinsatzkräften seien bemannte Flugzeuge und Drohnen beteiligt gewesen. Es seien mehrere Raketen vom Typ «Hellfire» sowie lasergeführte Geschosse auf ein Camp der Gruppe südlich der Hauptstadt Mogadischu abgefeuert worden. Godane und andere Kommandeure der Miliz seien dort zu einem Treffen zusammengekommen, hatte der Gouverneur der Provinz Lower Shabelle, Abdulqadir Mohamed Nor Sidii, gesagt.

Auch das Ministerium für nationale Sicherheit Somalias bestätigte den Tod Godanes. «Sein Tod ist eine großartige Nachricht für die Menschen in Somalia, denn er war für die Tötung tausender Unschuldiger in seinem sogenannten Heiligen Krieg verantwortlich», sagte Ministeriumssprecher Mohamed Yusuf der Nachrichtenagentur dpa.

Der somalische Präsident Hassan Sheikh Mohamud betonte, die US-Luftangriffe seien mit vollem Wissen und Einverständnis der somalischen Regierung erfolgt. Er bekräftigte das Amnestieangebot der Regierung an Al-Shabaab-Mitglieder, wenn diese sich innerhalb von 45 Tagen ergeben. Dies sei eine Chance für die Mehrheit der Mitglieder, den Kurs zu ändern.

Die USA hatten 2012 sieben Millionen Dollar (5,4 Millionen Euro) Belohnung für Godanes Ergreifung ausgesetzt. Er hatte laut Terrorismusexperten 2008 die Führung von Al-Shabaab übernommen, nachdem sein Vorgänger bei einem US-Luftangriff getötet worden war. Medienberichten zufolge war er ein starker Verfechter des Islamismus mit engen Verbindungen zu den Anführern des Terrornetzwerkes Al-Kaida. Die USA führen Al-Shabaab seit Februar 2008 auf ihrer Terrorismusliste.

Die Miliz kämpft seit Jahren gegen die Zentralregierung in Mogadischu. Sie wirft den Politikern eine islamfeindliche Gesetzgebung vor. Die Gruppe ist vor allem im Zentrum und Süden des ostafrikanischen Landes aktiv. Den Anschlägen der Extremisten sind bereits Tausende Menschen zum Opfer gefallen. Auch Parlamentarier und Journalisten werden auf offener Straße ermordet.

Al-Shabaab ist auch im Nachbarland Kenia aktiv, wo vor allem aus der Küstenregion Anschläge gemeldet werden. Im September 2013 stürmten Mitglieder der Gruppe das Einkaufszentrum Westgate in Nairobi und töteten 67 Menschen. Später bekannte sie sich zu einem Anschlag mit mindestens 48 Toten nahe der kenianischen Urlaubsinsel Lamu. Auch andere tödliche Anschläge, etwa 2010 in Uganda, werden ihr zugeschrieben. Die Miliz will am Horn von Afrika einen Gottesstaat errichten.

Bericht Pentagon

Mitteilung Weißes Haus

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