09. Oktober 2015

Athener Behörde beklagt Korruption ohne Ende

Athen (dpa) – Die Korruption kostet Griechenland nach Behördenangaben jährlich rund 33 Milliarden Euro. Würde das Land das Problem in den Griff bekommen, bräuchte es bald gar keine internationale Hilfe mehr.

Festnahme
Der griechische Ex-Verteidigungsminister Akis Tsohatzopoulos wurde 2012 wegen Geldwäsche und Steuerbetrug festgenommen. Foto: Simela Pantzartzi
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Finanzamt in Griechenland
Griechen warten und stehen Schlange in einem griechischen Finanzamt. Steuerhinterziehung zählt zu den größen Problemen des Landes. Foto: Alkis Konstantinidis/Archiv
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Griechische Vizeministerin
Die damalige griechische Vizeministerin Angela Gerekou musste wegen des Vorwurfs massiver Steuerhinterziehung zurücktreten. Foto: Simela Pantzartzi/Archiv
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Yachthafen in Athen
Yachthafen in Athen: Griechenlands Reiche zahlen auffällig wenig Steuern. Foto: Socrates Baltagiannis/Archiv
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Das sagte der Chef der Behörde zur Bekämpfung der Korruption, Leandros Rakintzis, wie die Zeitung «Kathimerini» berichtete. 

Rakintzis erwähnte einige krasse Fälle: Ein Bürgermeister erhielt aus einem von der EU subventionierten Fonds für die Infrastruktur seiner Kleinstadt nordwestlich von Athen zehn Millionen Euro. Diese Gelder zahlte er auf einem auf seinen Namen geführten Konto einer Schweizer Bank ein. Als dies entdeckt wurde, sagte er, dort sei es sicherer.

Ein Arzt eines staatlichen Krankenhauses hatte auch eine private Praxis, was in Griechenland verboten ist. Als Mitarbeiter der Kontrollbehörde sieben Leute im Warteraum der Praxis entdeckten, sagte der Mediziner, alle seien Verwandte und Bekannte, die ihm zu seinem Geburtstag gratulieren wollten.

Berühmt sind den Angaben zufolge auch die sogenannten Kouvanischen Gelder für Ärzte. Teure Hilfsmittel wie Ballonkatheder landen bei Operationen als «nicht geeignetes Material» im Eimer (griechisch: Kouvas). Das Krankenhaus muss neue beim Hersteller kaufen. Dabei erhalten die Ärzte einen Dankeschön-Betrag vom Unternehmen.

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