22. Juni 2014

Charmeoffensive klappt: Thailand steht laut Umfrage hinter Armeechef

Bangkok (dpa) - Einen Monat nach dem Militärputsch in Thailand trägt die Charmeoffensive der Armee offenbar Früchte.

Charme-Offensive
Die Militärjunta buhlt mit populistischen Maßnahmen um die Gunst des Volkes, wie mit kleinen Showeinlagen. Foto: Barbara Walton
dpa

In einer unabhängigen Umfrage sprachen sich 41 Prozent der Befragten dafür aus, dass Juntachef Prayuth Chan-ocha sich selbst zum Regierungschef ernennt. Das NIDA-Institut veröffentlichte die Umfrage am Sonntag. Es hatte mehr als 1200 Menschen befragt.

Die Militärjunta buhlt mit populistischen Maßnahmen um die Gunst des Volkes. Sie sorgte unter anderem dafür, dass alle Fußball-WM-Spiele im Gratis-Fernsehen live übertragen werden, fror Preise ein, zahlte Reisbauern aus und veranstaltet Musikfestivals im ganzen Land. Prayuth hat einen Kampf gegen Korruption und Vetternwirtschaft und weitreichende Reformen angekündigt, und will frühestens im Spätsommer 2015 wieder wählen lassen.

Westliche Länder und Menschenrechtsorganisationen haben die Militärherrschaft kritisiert. «Ein Monat nach dem Putsch ist kein Ende verschiedener Menschenrechtsverletzungen in Sicht», teilte die Menschenrechtsorganisation Amnesty International mit. Unter anderem seien das Recht auf Meinungs- und Versammlungsfreiheit beschnitten und mehr als 500 Aktivisten teils tagelang festgehalten worden. Von einigen fehle bis heute jede Spur. «Die Serie repressiver Maßnahmen zeichnet ein düsteres Bild der Menschenrechtslage» , hieß es.

Umfrage (Thailändisch)

Amnesty-Bericht

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