Erinnerung an Atombombe
18. November 2016

Gauck in Nagasaki

Der emotionalste Augenblick zum Schluss der Japan-Reise: Bundespräsident Gauck besucht Nagasaki, Symbol für die Unmenschlichkeit des Einsatzes von Atomwaffen.

Gauck in Nagasaki
Bundespräsident Gauck besucht das Atombombenmuseum in Nagasaki. Neben ihm: Ein 1:1-Modell der im August 1945 auf die Stadt abgeworfenen Atombombe. Foto: Wolfgang Kumm
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Nagasaki (dpa) - Bundespräsident Joachim Gauck hat zum Abschluss seiner fünftägigen Japanreise die vor 71 Jahren von einer amerikanischen Atombombe verwüstete Stadt Nagasaki besucht.

Die brutale Zerstörung sei auch eine Warnung für die Gegenwart, sagte Gauck im Atombomben-Museum der Hafenstadt. Vor dem Friedensdenkmal legte er einen Kranz nieder.

«Eine ganze Welt des Elends und des Terrors und der Missachtung der Menschenleben begegnet uns an einem solchen Tag», sagte Gauck. Aber auch heute würden Zivilisten in kriegerischen Auseinandersetzungen sterben. «In anderen Ländern brennen Menschen wie einst hier und wird die Menschenwürde mit Füßen getreten.»  

Die US-Bombe tötete am 9. August 1945 in Nagasaki etwa 70 000 Menschen, an den Folgen der radioaktiven Strahlung starben später etwa 100 000 weitere. Unter den Toten waren auch viele Menschen aus China und Korea, oft Zwangsarbeiter in der japanischen Rüstungsindustrie. Nach einem Gespräch mit dem Bürgermeister der Stadt traf Gauck auch einen Überlebenden der nuklearen Katastrophe. 

Der Abwurf der Atombombe - wenige Tage nach der Zerstörung Hiroshimas wegen einer ähnlichen Bombe, sei «komplett unnötig» gewesen, sagte Gauck. «Auch aus einer Demokratie heraus kann so etwas geschehen», warnte er.

Zum Auftakt seines Besuchs in Nagasaki besichtigte Gauck die Erinnerungsstätte der «26 christlichen Märtyrer». Hier wird der ausländischen und japanischen Christen gedacht, die dort 1597 gekreuzigt wurden.

Für Freitagabend wurde Gauck in Berlin zurückerwartet. Der Besuch Japans war seine voraussichtlich letzte größere Auslandsreise als Bundespräsident. Im März 2017 scheidet er nach fünf Jahren aus dem Amt.   

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