11. März 2014

Janukowitsch: Ukrainische Nationalisten planen Bürgerkrieg

Rostow am Don (dpa) - Der entmachtete ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch hat seinen Gegnern vorgeworfen, einen Bürgerkrieg im Land zu planen. «Sie wollen Banditen nationalistischer Organisationen in die Armee aufnehmen und ihnen Waffen in die Hände drücken», sagte Janukowitsch am Dienstag im russischen Rostow am Don.

Janukowitsch kündigt Erklärung an
Der abgesetzte Staatschef Viktor Janukowitsch hält sich weiter für den rechtmäßigen ukrainischen Präsidenten. Foto: Yuri Kochetkov
dpa

Eine «Bande von Ultranationalisten und Neofaschisten» stelle in Kiew die Regierung. «In den Städten patrouillieren Menschen mit Masken und Armbinden, es regiert die Willkür», sagte Janukowitsch.

Auch Kremlchef Wladimir Putin wirft der neuen ukrainischen Führung vor, sie werde von rechtsradikalen Kräften dominiert. Janukowitsch hatte nach den schweren Ausschreitungen in Kiew im Februar sein Land verlassen und hält sich seitdem in Russland auf.

Zum umstrittenen Russland-Referendum auf der Krim äußerte sich Janukowitsch nicht direkt. Der 63-Jährige betonte aber, er trage nicht die Verantwortung dafür, dass sich die Halbinsel «von der Ukraine abspaltet». «Die Umstürzler, die die Macht an sich gerissen haben, wollen die Verantwortung dafür auf mich schieben und sogar auf Russland», sagte er.

«Das Handeln gegen mich war Terror», sagte Janukowitsch in seiner vom russischen Staatsfernsehen live übertragenen Erklärung. Er betonte, er sei weiterhin der rechtmäßige Präsident und Oberbefehlshaber. «Wenn es die Umstände zulassen, kehre ich nach Kiew zurück.» Die von der neuen Regierung in Kiew für den 25. Mai angesetzten Präsidentenwahlen seien illegal. Fragen waren nicht zugelassen.

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