14. März 2014

Kerry: Venezuela muss «Terrorkampagne» gegen Bevölkerung stoppen

Washington/Caracas (dpa) - US-Außenminister John Kerry hat der Regierung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro eine «Terrorkampagne» gegen die eigene Bevölkerung vorgeworfen.

Protest in Caracas
Gewalt in Caracas. Nach offiziellen Angaben hat es bei den Protesten in Venezuela bisher 365 Verletzte gegeben; die Opposition spricht von über 900. Foto: Miguel Gutierrez
dpa

Das Außenministerium suche nach Wegen, damit die Regierung von Maduro die Bürger einbeziehe und respektvoll behandle, sagte Kerry am Donnerstag dem Außenpolitik-Ausschuss im Kongress in Washington. «Damit er diese Terrorkampagne gegen seine eigenen Leute beendet und hoffentlich beginnt, die Menschenrechte auf angebrachte Art und Weise zu respektieren», sagte Kerry.

Im Gegenzug beschuldigte der venezolanische Außenminister Elías Jaua am Freitag Kerry, er sei ein «Hauptantreiber» für die Gewalt bei den seit Wochen laufenden Protesten. Er bezeichnete ihn persönlich als «Mörder des venezolanischen Volkes». Caracas hatte der US-Regierung mehrfach vorgeworfen, sie stütze Pläne der Opposition für einen Staatsstreich in Venezuela. Maduro kritisierte, er lade seit Wochen die Opposition zu Gesprächen ein. «Sie haben sich geweigert, weil sie letztendlich Komplizen in dieser Gewalt sind, daran zweifeln wir nicht.»

Bei den Protesten gegen die linke Regierung kamen nach offiziellen Angaben seit Anfang Februar 28 Menschen ums Leben. Unter den Opfern befinden sich drei Mitglieder der militarisierten Polizei Guardia Nacional, die durch Schüsse getötet wurden. Zudem wurden nach Angaben von Generalstaatsanwältin Luisa Ortega Díaz 365 Menschen verletzt, darunter mehr als 100 Polizisten und Soldaten.

«Das zeigt uns, dass die Demonstrationen nicht friedlich, sondern gewalttätig gewesen sind», sagte Ortega Díaz, die sich am Donnerstag in einem Interview äußerte. Das venezolanische Oppositionsbündnis MUD sprach unter Berufung auf inoffizielle Berechnungen von über 900 Verletzten.

Die landesweiten Proteste der Opposition richten sich gegen die Politik der sozialistischen Regierung, gegen Mangelwirtschaft, Versorgungsengpässe und den als autoritär empfundenen Regierungsstil Maduros.

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