08. April 2014

Moskau bestätigt Tod von Topterrorist Doku Umarow

Moskau (dpa) - Der russische Inlandsgeheimdienst FSB hat den Tod des tschetschenischen Topterroristen Doku Umarow bestätigt. Der «russische Bin Laden» sei bei einem Einsatz im ersten Quartal dieses Jahres «neutralisiert» worden.

Doku Umarow
In den vergangenen Jahren hatte es mehrmals Meldungen über den Tod Umarows gegeben, die nie bestätigt wurden. Foto: Intelcenter
dpa

Das sagte FSB-Chef Alexander Bortnikow am Dienstag in Moskau der Agentur Interfax zufolge. Einen genauen Zeitpunkt für den Tod nannte Bortnikow nicht. Auch einen Leichnam konnten die Behörden nicht vorweisen. Umarow war seit 2000 immer wieder totgesagt worden, ohne dass es dafür eine offizielle Bestätigung gegeben hätte.

Der Geheimdienstchef äußerte sich bei einer Sitzung zu den Arbeitsergebnissen seiner Behörde. Der FSB habe gemeinsam mit Polizei und Ermittlern zudem die Hintermänner der beiden Terroranschläge in Wolgograd vom Dezember 2013 mit insgesamt 30 Toten gefasst. Die Attentate seien aufgeklärt, sagte Bortnikow. In einem Bekennervideo hatten sich Selbstmordattentäter als Gefolgsleute Umarows bezeichnet.

Mitte März hatte eine Internetseite radikaler Islamisten aus dem Konfliktgebiet Nordkaukasus den «Märtyrertod» Umarows mitgeteilt. Damals hatten die russischen Behörden die Mitteilung nicht bestätigt.

Russlands Staatsfeind Nummer eins hatte für schwere Bombenanschläge mit Dutzenden Toten die Verantwortung übernommen, etwa auf die Moskauer U-Bahn 2010 und den internationalen Flughafen Moskau-Domodedowo 2011.

Zuletzt hatte der Terroristenführer im Sommer 2013 gedroht, die ersten russischen Olympischen Winterspiele zu verhindern. Bei den von extremen Sicherheitsvorkehrungen begleiteten Spielen in Sotschi war es im Februar ruhig geblieben.

Im russischen Konfliktgebiet Nordkaukasus kämpfen Islamisten um ein von Moskau unabhängiges Emirat. Nach dem Tod Umarows kommt Medien zufolge jetzt dem 42-jährigen Terroristen Aliaschab Kebekow (Abu-Muhammad) die Rolle des «Emirs vom Kaukasus» zu. Kebekow stammt demnach aus den Bergen der immer wieder von schweren Anschlägen erschütterten Konfliktrepublik Dagestan. Er soll sich den radikalen Islamisten erst 2009 angeschlossen haben.

Mitteilung der Islamistenseite kavkazcenter.com vom März

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