17. Dezember 2013

Nordkorea huldigt Diktator Kim Jong Un

Seoul (dpa) - Die nordkoreanische Partei- und Armeeführung hat Machthaber Kim Jong Un nach der Hinrichtung von Spitzenpolitikern ihre uneingeschränkte Loyalität geschworen.

Feiern in Pjöngjang
Feiern in Pjöngjang zum zweiten Todestag von Kim Jong Il. Foto: KCNA
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Militärparade in Pjöngjang
Militärparade in Pjöngjang: Die nordkoreanischen Truppen haben ihrem Herrscher Kim Jong Un die Treue geschworen. Foto: KCNA
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Kim Jong-un
Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un feiert den zweiten Todestag seines Vaters Kim Jong Il. Foto: Kcna
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Kim Jong-un
Im Kreis seiner Top-Militärs: Nordkoreas Diktator Kim Jong Un. Foto: Rodong Sinmun/Archiv
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Kim Jong Un
Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un lässt sich die Einzelheiten einer Militäreinrichtung in Pjöngjang erklären. Foto: epa/Kcna
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Nordkorea beging am Dienstag den zweiten Todestag des früheren Machthabers Kim Jong Il sowie den zweiten Jahrestag der Machtübernahme von dessen heute um die 30 Jahre alte Sohn.

Nach der überraschenden Hinrichtung von Kims Onkel und Mentor, Jang Song Thaek, in der vergangenen Woche wurden die Feierlichkeiten im In- und Ausland mit größerer Aufmerksamkeit als sonst verfolgt.

Kim saß während der Zeremonie unter einem riesigen Bild seines Vaters, schaute zumeist ernst, klatschte gelegentlich in die Hände, äußerte sich aber nicht. Das nordkoreanische Staatsfernsehen übertrug live.

Auf den vom Staatsfernsehen ausgestrahlten Bildern war Kims Tante, Kim Kyong Hui, nicht zu sehen. Die Witwe von Jang hätte nach südkoreanischer Auslegung mit ihrer Anwesenheit «die Hinrichtung ihres Mannes durch ihren Neffen öffentlich anerkannt».

Es gab aber auch andere Interpretationen ihrer Abwesenheit. «Es wäre für sie emotional zu schwer zu ertragen gewesen, eine Woche nach der Hinrichtung ihres Mannes in der Öffentlichkeit zu erscheinen», sagte ein Kommentator des südkoreanischen Fernsehsenders YTN. Nach anderer Lesart könnte ihre angeschlagene Gesundheit schuld sein.

Kims Onkel Jang galt lange Zeit als zweitmächtigster Mann im Land. Dem 67-Jährigen wurden auch gute Verbindungen zum Militär nachgesagt. Jang und einige Gefolgsleute wurden wegen Hochverrats hingerichtet. Andere Militärs, wie der ehemalige Generalstabschef Ri Yong Ho, sind seit Monaten nicht mehr in der Öffentlichkeit erschienen. Ihr Schicksal ist unklar.

Dagegen war Kims Frau Ri Sol Ju erstmals seit zwei Monaten wieder in der Öffentlichkeit zu sehen. Sie ging mit ihrem Mann durch das Kumsusan-Mausoleum in der Hauptstadt Pjöngjang. Dort sind Kims Vater und Amtsvorgänger Kim Jong Il sowie Großvater und Staatsgründer Kim Il Sung aufgebahrt. Zuvor wurde in Südkorea spekuliert, dass Ehefrau Ri auch in Ungnade gefallen sein könnte. Nach südkoreanischen Berichten soll der hingerichtete Jang seinem Neffen dessen spätere Ehefrau vorgestellt haben.

Ranghohe Führer aus Partei und Armee versicherten Kim ihrer unbedingten Loyalität. Kommandeure schworen, Kim unter Einsatz ihres Lebens zu verteidigen. Politbüromitglied Kim Yong Nam würdigte nach Angaben der Staatsagentur KCNA die Armee als beispiellose Supermacht. Ein führender Parteivertreter verlas einen Nachruf auf den früheren Diktator. Kim Jong Il war am 17. Dezember 2011 gestorben.

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