13. Juni 2014

Südkoreas Präsidentin bildet Kabinett auf sieben Posten um

Seoul (dpa) - Als eine Reaktion auf das verheerende Fährunglück vor zwei Monaten hat Südkoreas Präsidentin Park Geun Hye erstmals seit ihrem Amtsantritt das Kabinett auf mehreren Posten umgebildet. Die konservative Staatschefin nominierte am Freitag sieben neue Minister.

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Südkoreas Präsidentin Park muss Vertrauen in die Regierung zurückgewinnen. Foto: Cheongwadae Presidential Office
dpa

Der Schritt ist nach Ansicht von Kommentatoren Teil der Bemühungen, verlorenes Vertrauen in die Regierung zurückzugewinnen. Park berief auf die Schlüsselposition des Finanzministers den Abgeordneten der Regierungspartei, Choi Kyoung Hwan. Der 58-jährige Ökonom soll Hyun Oh Seok ersetzen. Choi gilt als ein enger Vertrauter Parks, die seit Ende Februar 2013 im Amt ist.

Außerdem benannte Park einen neuen Minister für Sicherheit und öffentliche Verwaltung, beließ aber den vielfach kritisierten Minister für Ozeane und Fischerei, Lee Ju Young, auf seinem Posten. Lee hatte seinen Rücktritt angeboten. Neuer Sicherheitsminister soll der Rechtsgelehrte Chong Song Sup werden.

Nach dem Untergang der Fähre «Sewol» am 16. April vor der Südwestküste des Landes war die Umbildung erwartet worden. Durch das Unglück, bei dem mindestens 292 Menschen ums Leben kamen, sah sich die Regierung starker Kritik ausgesetzt. Noch immer gelten zwölf der ursprünglich 476 Insassen als vermisst. Park hatte sich nach der Katastrophe mehrmals für schlechtes Krisenmanagement entschuldigt. Ministerpräsident Chung Hong Won hatte seinen Rücktritt erklärt.

Park hatte am Dienstag den früheren Journalisten Moon Chang Keuk zum Nachfolger Chungs benannt. Allerdings muss das Parlament der Nominierung noch zustimmen. Bis dahin führt Chung weiter die Amtsgeschäfte.

Von der jetzigen Umbildung sind auch die Ressorts Bildung, Arbeit, Kultur, Gleichberechtigung und Familie sowie das Wissenschaftsministerium betroffen.

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