Neue Proteste
27. Juli 2018

Zwei Palästinenser an Gaza-Grenze getötet - Israeli stirbt

An der Gaza-Grenze kommt es am Freitag erneut zu tödlicher Gewalt. Im Westjordanland ersticht ein palästinensischer Jugendlicher einen Israeli. Und auf dem Tempelberg in Jerusalem gibt es erstmals seit Monaten wieder Unruhen.

Unruhen im Gazastreifen
Neue Proteste an der Grenze zu Israel: Das Gesundheitsministerium in Gaza berichtet von einem weiteren Todesfall. Foto: Wissam Nassar
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Gaza/Tel Aviv (dpa) - Der blutige Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern hat erneut Todesopfer gefordert. Im Gazastreifen wurden am Freitag zwei Palästinenser bei gewaltsamen Protesten an der Grenze zu Israel von Soldaten erschossen und mehr als 200 verletzt.

Ein Israeli starb in der Nacht zum Freitag nach der Messerattacke eines Palästinensers in der Siedlung Adam im Westjordanland an seinen Verletzungen. Bei Zusammenstößen auf dem Tempelberg in Jerusalem wurden zudem rund 40 Palästinenser verletzt und mehr als 20 festgenommen.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza wurden bei neuen Protesten an der Grenze zu Israel ein 14-Jähriger und ein 43-Jähriger durch Schüsse tödlich am Kopf verletzt. Mehr als 200 weitere Menschen hätten Verletzungen erlitten.

Die israelische Armee teilte mit, rund 7000 Palästinenser hätten an Ausschreitungen entlang der Grenze teilgenommen. Sie hätten Steine auf Soldaten geworfen und Reifen in Brand gesetzt. Einige hätten den Grenzzaun beschädigt. Nach palästinensischen Angaben verursachten Branddrachen und -ballons mehrere Brände im israelischen Grenzgebiet.

Seit Ende März wurden bei Protesten und Konfrontationen nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza mehr als 150 Palästinenser von israelischen Soldaten getötet. Die Palästinenser fordern ein Ende der Gaza-Blockade und ein Rückkehrrecht in das israelische Staatsgebiet. Menschenrechtsorganisationen warnen vor unerträglichen Zuständen in dem seit mehr als zehn Jahren blockierten Küstengebiet, in dem rund zwei Millionen Menschen leben.

Auf dem Tempelberg (Al-Haram al-Scharif/Edles Heiligtum) in Jerusalems Altstadt kam es am Freitag zu gewaltsamen Konfrontationen von Palästinensern mit der israelischen Polizei. Beide Seiten warfen sich gegenseitig vor, die Gewalt initiiert zu haben.

Die Polizei teilte mit, nach den muslimischen Freitagsgebeten auf dem Tempelberg hätten Palästinenser Polizisten mit Steinen und Feuerwerkskörpern beworfen. Dutzende Palästinenser hätten sich in der Al-Aksa-Moschee verschanzt, bis die Polizei diese geräumt habe.

Nach einer Messerattacke in einer israelischen Siedlung teilte das Hadassah-Krankenhaus in Jerusalem am Freitag mit, ein 31-jähriger Israeli sei seinen Verletzungen erlegen.

Ein 17-jähriger Palästinenser war am Donnerstagabend in die Siedlung Adam nordöstlich von Jerusalem eingedrungen. Er stach mit einem Messer auf drei Israelis ein. Einer von ihnen habe ihn erschossen, teilte die Armee mit.

Die Armee blockierte nach dem Anschlag die Einfahrt zu dem Dorf Kubar, aus dem der Täter stammte. Bei Razzien kam es nach Medienberichten zu Konfrontationen mit palästinensischen Einwohnern. Die israelische Armee verlegt angesichts der Sicherheitslage zwei weitere Bataillone ins Westjordanland.

Israels Verteidigungsminister Avigdor Lieberman kündigte nach dem Anschlag den Bau von 400 weiteren Wohneinheiten in der Siedlung Adam an. «Die beste Antwort auf den Terror ist eine beschleunigte Besiedlung von Judäa und Samaria (Westjordanland)», schrieb er bei Twitter.

Israels Militärsprecher bei Twitter

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