23. September 2014

Hubschrauberprobleme bei der Marine schon seit 2011 bekannt

Berlin/Rostock (dpa) - Die Bundeswehr wusste Medienberichten zufolge schon seit mehr als drei Jahren von einer Materialschwäche bei den Marine-Hubschraubern vom Typ «Sea Lynx». Die mehr als 30 Jahre alten Helikopter wurden trotzdem erst in diesem Sommer vorübergehend aus dem Verkehr gezogen.

Sea Lynx
Ein «Sea Lynx» im Flug. Zurzeit bereiten die britischen Helikopter der Bundewehr Kopfzerbrechen. Foto: Gero Breloer/Archiv
dpa

«Spiegel Online» zitierte am Dienstag aus einer internen Präsentation der Bundeswehr, nach der die Wartungsfirma im Januar 2011 bei insgesamt vier Maschinen auf einen «Ermüdungsbruch aufgrund schwellender Belastung» am Heck gestoßen sei.

Der verteidigungspolitische Blog «Augen geradeaus!» zitierte aus einer Untersuchung der Firma Eurocopter (heute Airbus Helicopters), nach der bereits 2011 Risse beim «Sea Lynx» festgestellt wurden. «Die optische Bewertung der Risse und der umgebenden Struktur sprechen eindeutig für ein Ermüdungsversagen der Struktur», heißt es darin. Die Heckkonstruktion sei sehr rissanfällig.

Am Montag war bekanntgeworden, dass bei 15 von 22 «Sea Lynx»-Hubschraubern der Heckschaden festgestellt wurde. Sechs weitere werden derzeit gewartet, einer fliegt seit vergangenem Freitag wieder. Von den insgesamt 43 Marine-Hubschraubern sind derzeit noch höchstens fünf einsatzfähig.

Bundeswehr zu "Sea Lynx"

Bundeswehr zu "Sea King"

Bericht auf "Augen geradeaus!"

Bericht auf "Spiegel Online"

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