23. Oktober 2013

NSU-Prozess: «Die wollten einfach nur töten»

München (dpa) - Der NSU-Mord an Mehmet Turgut in Rostock könnte auf gute Ortskenntnisse der Täter hindeuten. Das ergibt sich aus der Zeugenaussage eines Kriminalbeamten vor dem Oberlandesgericht München.

Tatwaffe
Diese Pistole der Marke Ceska wurde bei den Ermittlungen gegen die terroristische NSU gefunden. Foto: Franziska Kraufmann/Archiv
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Demonstration zum Auftakt des NSU-Prozesses
Demonstranten entrollen im Vorfeld des NSU-Prozesses ein großes Banner. Foto: Nuri Almak/Archiv
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Hamburger Tatort
Vor diesem Laden in der Schützenstraße in Hamburg wurde Süleyman Tasköprü erschossen. Foto: Florian Schuh/Archiv
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Gedenkstein für Mehmet Kubasik
Gedenkstein für Mehmet Kubasik in Dortmund. Foto: Marcus Simaitis/ Archiv
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Spurensuche in Dortmund
Polizeibeamte untersuchen nach dem Mord in Dortmund einen Kiosk auf Spuren. Foto: Nils Foltynowicz/Archiv
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Der Kebab-Stand, in dem Turgut im Februar 2004 erschossen wurde, habe sich an einer entlegenen Stelle zwischen Wohnblöcken befunden. «Ich als Einheimischer war noch nie an diesem Ort. Der ist sowas von abgelegen», sagte der Beamte. «Wir haben uns gefragt: Was sucht jemand hier in diesem Bereich?»

Nach Einschätzung des Kommissars müssen die Täter den 25-Jährigen überwältigt und zu Boden gedrückt haben, bevor sie ihn mit Schüssen in den Nackenbereich töteten. «Die Menschen, die hier reingegangen sind, die wollten nicht rauben oder zerstören. Die wollten einfach nur töten.»

Laut Anklage begingen die Neonazi-Terroristen Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos die Tat. Die Mitglieder des «Nationalsozialistischen Untergrunds» (NSU) sollen insgesamt neun Geschäftsleute ausländischer Herkunft und eine deutsche Polizistin ermordet haben. Beate Zschäpe ist als Mittäterin an sämtlichen Anschlägen angeklagt. Sie soll für die legale Fassade der Gruppierung gesorgt haben.

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