05. September 2014

Neuer Castor-Behälter genehmigt

Berlin (dpa) - Geht es nun voran mit dem Rückbau der Atommeiler? Für mehrere Reaktoren musste erst ein neuer Castor genehmigt werden - ohne diesen Behälter keine Entfernung der Brennelemente. Jetzt gibt es endlich grünes Licht. Probleme gibt es aber bei einem anderen Castor-Typ.

Castor-Produktion
Die Gesellschaft für Nuklearservice (GNS) Firma baut die sechs Meter großen und bis zu zwei Millionen Euro teuren Castor-Behälter. Foto: Caroline Seidel
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Aufgeschnittenes Modell
Ein aufgeschnittenes Modell eines Castor Behälters liegt in der Zentrale der Gesellschaft für Nuklearservice (GNS). Foto: Caroline Seidel
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Castor-Behälter
Castor-Behälter. Foto: Uli Deck/Archiv- und Symbolbild
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Arbeit an neuen Castorbehältern
Insgesamt erfordert der Atomausstieg eine hohe Menge an Castor-Behältern, um den Brennstoff zunächst in Zwischenlagern «zu parken». Foto: Caroline Seidel
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Neuer Castor
Für mehrere Reaktoren musste erst ein neuer Castor genehmigt werden - ohne diesen keine Entfernung der Brennelemente. Foto: Caroline Seidel
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Für den Rückbau mehrerer deutscher Atomkraftwerke ist eine wichtige Hürde genommen: Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) genehmigte am Freitag einen für Siedewasserreaktoren notwendigen neuen Castor-Behälter für Atommüll. «Nachdem der Antragsteller Ende Juli die letzten notwendigen Antragsunterlagen eingereicht hatte, stand einer zügigen Genehmigung nichts mehr im Wege», sagte BfS-Sprecher Florian Emrich der Deutschen Presse-Agentur. Dabei geht es um den Castor-Typ V52, der wegen neuer Anforderungen der Internationalen Atomenergiebehörde modernisiert werden musste.

Ohne Genehmigung könnte nicht der Brennstoff in den stillgelegten Anlagen Krümmel, Brunsbüttel und Isar I entfernt werden. «Die drängen, die wollen mit dem Rückbau beginnen», sagte der Geschäftsführer der für die Castor-Fertigung zuständigen Gesellschaft für Nuklearservice (GNS), Hannes Wimmer, der dpa. Zudem würde ohne den neuen V52 ein Betriebsstopp beim Atomkraftwerk Gundremmingen in Bayern drohen. «Gundremmingen braucht den V52 als erstes. Sonst muss die Anlage abgeschaltet werden, weil die Lagerbecken dann voll sind mit abgebrannten Brennelementen», betonte Wimmer. In der Mülheimer GNS-Anlage werden bis zu 80 Behälter im Jahr fertiggestellt.

Insgesamt erfordert der Atomausstieg eine hohe Menge an Castor-Behältern, um den Brennstoff zunächst in Zwischenlagern zu «parken». Ein Endlager gibt es bisher nicht, bis 2031 soll eines in Deutschland gefunden sein. Die Zeit drängt, da Zwischenlager und Castor-Behälter nur für 40 Jahre genehmigt sind. 2011 waren acht Anlagen stillgelegt worden, neun weitere werden bis 2022 schrittweise abgeschaltet. «Bis zur Brennstofffreiheit aller deutschen Anlagen werden noch gut 220 Castor-Behälter für Siedewasserreaktoren und rund 300 Castoren für Druckwasserreaktoren gebraucht», betonte Wimmer.

Ein neues Problem gibt es aber bei einem anderen Castor-Typ, wie ebenfalls am Freitag bekannt wurde. Dabei geht es um 44 Behälter vom Typ V19 für Druckwasserreaktoren. Sie dürfen wegen möglicher Fehler vorerst nicht benutzt werden, allerdings sind vier Behälter bereits mit hoch radioaktivem Abfällen beladen. Die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) hat die Benutzung untersagt, weil es Bedenken bei den Haltevorrichtungen (Tragstutzen) für das Anheben mit einem Kran gibt. «Es gibt aber nur ein formales Problem», sagte dazu GNS-Sprecher Michael Köbl. «Beanstandet wurde die Durchführung der Ultraschall-Prüfungen der Tragzapfen-Halbzeuge.»

Die Tragevorrichtungen müssen viel aushalten - ein Castor-Behälter wiegt rund 100 Tonnen. «Es liegen keine Erkenntnisse vor, dass es Materialfehler gibt», so Köbl. Die schon beladenen Castor-Behälter stehen im Zwischenlager des niedersächsischen AKW Unterweser. Sobald sie wieder bewegt werden, sollen die Tragstutzen ausgetauscht werden. 13 der 44 Behälter seien ohnehin noch nicht ausgeliefert worden. 

Informationen zu Zwischenlagern

Infos zu Castor-Behältern

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