25. März 2014

Warnstreiks im öffentlichen Dienst - 53 000 legen Arbeit nieder

Berlin/Hannover (dpa) - Mit Warnstreiks und Kundgebungen haben die Gewerkschaften im Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes ihre Kampfbereitschaft bekräftigt.

Streik in Hannover
Die Bahnen stehen still: Streik in Hannover. Foto: Julian Stratenschulte
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Vor verschlossenem Eingang
Auch die U-Bahn am Hauptbahnhof in Hannover fährt nicht. Foto: Julian Stratenschulte
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Am frühen Morgen
Am frühen Morgen beginnt erneut ein ganztägiger Warnstreik im öffentlichen Dienst. Foto: Julian Stratenschulte
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Streik
Mitarbeiter streiken im Straßenbahn-Depot der hannoverschen Verkehrsbetriebe Üstra. Foto: Julian Stratenschulte
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Streik im öffentlichen Dienst
Streik im öffentlichen Dienst: Betroffen sind auch Busse und Bahnen. Foto: Julian Stratenschulte
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Mehr als 50 000 Beschäftigte legten am Dienstag ihre Arbeit nieder. Geschlossene Kitas, stehende Busse, Notdienste in Behörden und Krankenhäusern gab es in Hessen, Niedersachsen, Bremen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland.

Die Gewerkschaften wollen mit ihrem Protest Druck für die dritte Tarifverhandlungsrunde am 31. März machen. In der zweiten Runde hatte es zwar eine Annäherung in einzelnen Punkten, aber insgesamt keinen Durchbruch gegeben.

Die Gewerkschaften fordern, dass die Einkommen der 2,1 Millionen Angestellten im Bund und in den Kommunen um einen Betrag von 100 Euro und dann zusätzlich um weitere 3,5 Prozent steigen. Die Arbeitgeber diskutieren über eine soziale Komponente, haben aber noch kein konkretes Angebot vorgelegt.

«Die Streikbeteiligung heute ist ein starkes Signal an die
Arbeitgeber», sagte Verdi-Chef Frank Bsirske bei einer zentralen Gewerkschaftskundgebung mit rund 20 000 Teilnehmern in Hannover. «20 000, das ist ein starkes Signal und eine klare Botschaft an die Arbeitgeber.» Die Mobilisierung - vor allem auch der Jugendlichen - sei hoch. «Das ist unsere Botschaft für Potsdam», betonte er.

In einer kämpferischen Rede betonte der Gewerkschaftschef, die bisherigen Löhne ermöglichten längst kein anständiges Leben mehr und würden den gestiegenen Anforderungen im Berufsleben nicht mehr gerecht: «Das haut hinten und vorne nicht hin. Da muss sich niemand wundern, wenn die Beschäftigten im Nahverkehr gleich zwei Tage im Ausstand bleiben.»

Am Mittwoch sind die Beschäftigten in Bayern und Baden-Württemberg zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen. In Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Baden-Württemberg, Sachsen und Hessen soll der Nahverkehr überwiegend ruhen. Am Donnerstag will Verdi die Flughäfen in Frankfurt/Main, München, Köln-Bonn, Düsseldorf, Hamburg, Hannover und Stuttgart bestreiken.

Die Arbeitsniederlegungen seien auf die Frühschicht - bis maximal 14 Uhr - begrenzt, hieß es in einer Mitteilung. «Es ist davon auszugehen, dass es zu erheblichen Verzögerungen im Flugverkehr sowie zu Flugausfällen kommen wird.»

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