15. Juli 2013

Britin stirbt beim Durchschwimmen des Ärmelkanals

Paris/London (dpa) - Für eine Britin hat der Versuch, den Ärmelkanal zu durchschwimmen, tödlich geendet. Wie die Meerespräfektur in Cherbourg mitteilte, wurden die französischen Rettungsstellen von einem Boot, das die Schwimmerin begleitete, alarmiert und um einen Defibrillator zur Wiederbelebung gebeten.

Ärmelkanal
Der Ärmelkanal ist ein beliebtes Ziel für Rekordversuche. Eine 34-jährige Britin ist beim Durchschwimmen des Ärmelkanals nun ums Leben gekommen. Foto: Buckle-Up Productions
dpa

Ein Rettungshubschrauber brachte die Frau ins Krankenhaus, dort wurde ihr Tod festgestellt.

Nach Angaben der Meerespräfektur hatte die Frau von den britischen Behörden die Genehmigung für das Wagnis, den Kanal zu durchschwimmen, erhalten. Die französische Seite sieht die Schwimmaktion dagegen skeptisch. Hintergrund sind der starke Schiffsverkehr und die teilweise gefährlichen Wetterbedingungen und Strömungen.

Zur Unglückszeit waren die Wetterbedingungen für die laut Medienberichten 34 Jahre alte Frau allerdings gut, um von Dover nach Calais zu schwimmen. Es gab lediglich Südwestwind mit einer Geschwindigkeit von rund neun Stundenkilometern. Die Sicht betrug bei einer Wassertemperatur von 15 Grad rund zehn Kilometer.

Der britische Schwimmverein Channel Swimming and Piloting Federation war nach eigenen Angaben nicht in den Durchquerungsversuch involviert. Der Vorsitzende der Organisation, Kevin Murphy, kannte allerdings die Schwimmerin von einem Trainingslager auf Mallorca im April. «Ich weiß nicht, wie ihre gesamten Erfahrungen als Schwimmerin waren, aber ich weiß, dass sie in Mallorca sechs Stunden lang in kaltem Wasser geschwommen ist», sagte er.

Murphy wies Vorwürfe zurück, dass das Durchqueren des Kanals als Schwimmer zu gefährlich ist. «Es ist ein extremer Sport. Aber in fast 150 Jahren hat es nur ein halbes Dutzend Todesfälle gegeben», sagte er. Das Schwimmen durch den Ärmelkanal wird in Großbritannien von zwei Gesellschaften überwacht. Bisher haben mehr als 600 Menschen die zwischen 30 und 40 Kilometer lange Strecke zurückgelegt.

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