21. Juni 2013

De Maizière: Lage in Nordafghanistan schlechter als erhofft

Masar-i-Scharif (dpa) - Die Sicherheitslage im nordafghanischen Einsatzgebiet der Bundeswehr ist nach den Worten von Verteidigungsminister Thomas de Maizière hinter den Erwartungen zurückgeblieben.

Thomas de Maiziere in Afghanistan
Zum Abschluss seiner Afghanistan-Reise ist Verteidigungsminister Thomas de Maizière in Masar-i-Scharif mit dem Provinzgouverneur Mohammad Atta zusammengetroffen. Foto: Sayed Mustafa
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Thomas de Maiziere in Afghanistan
Verteidigungsminister Thomas de Maizière setzt sich in Afghanistan für Friedensgespräche ein. Foto: Fabrizio Bensch /Pool
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«Die Sicherheitslage bleibt labil», sagte de Maizière am Freitag zum Abschluss seines Truppenbesuchs in Masar-i-Scharif. «Wir haben uns größere Fortschritte erhofft im Vergleich der letzten zwei Jahre.»

Die Bundeswehr musste Ende Mai ihre Statistik korrigieren und einräumen, dass die Zahl gewaltsamer Zwischenfälle im vergangenen Jahr im Norden um ein Viertel zugenommen hat. «Wir sind auf einem ordentlichen, guten, aber keinem vollständig zufriedenstellenden Weg», sagte de Maizière. «Dieses Land wird nie ein ganz ruhiges sicheres Land werden, wie wir das in Deutschland gewohnt sind. Aber wir arbeiten an einem angemessenen Sicherheitsniveau in afghanischer Verantwortung, und da bleibe ich begrenzt zuversichtlich.»

Zu den geplanten Friedensverhandlungen mit den afghanischen Taliban im Golf-Emirat Katar sagte der Minister, die Gespräche müssten unter afghanischer Führung stattfinden. Er sprach sich dafür aus, die Verhandlungen nicht öffentlich zu führen.

Die Taliban hatten am Dienstag ein Verbindungsbüro in Doha eröffnet. Zum Ärger der afghanischen Regierung hissten sie dort die Taliban-Flagge. Außerdem brachten sie ein Schild an, dass das Haus als Büro des «Islamischen Emirats Afghanistan» auswies. «Die Taliban haben provoziert zu Beginn», sagte de Maizière. «Das war ärgerlich.»

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