17. August 2013

Deutscher Tourist stirbt bei Gondelunfall in Venedig

Venedig (dpa) - Ein deutscher Tourist ist bei einem Gondelunfall in Venedig ums Leben gekommen. Der 50-jährige Mann hatte Medienberichten zufolge am Samstag mit seiner Familie einen Ausflug auf dem Canale Grande unternommen, als die Gondel mit einem Vaporetto-Wasserbus zusammenstieß. Wie die Lokalzeitung «Il Gazzetino» berichtete, ereignete sich das Unglück am Mittag in der Nähe der berühmten Rialtobrücke.

Gondel
Bei einem Gondelunfall in Venedig starb ein Deutscher Tourist. Foto: Andrea Merola
dpa

Nach dem Unfall wurden bereits Forderungen nach besseren Verkehrskontrollen auf den Kanälen der Lagunenstadt laut. Die Gondolieri Venedigs stellten aus Solidarität mit den Verunglückten vorübergehend ihre Fahrten ein. Der Kapitän des Vaporettos gab an, er habe die Kontrolle über sein Schiff verloren, als er versuchte, Gondeln und Wassertaxis an der Brücke auszuweichen.

Der Tourist soll laut Medien aus München kommen. Er wurde bei der Kollision schwer verletzt. Helfer hatten versucht, ihn noch an der Unfallstelle zu reanimieren, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa. Beim Eintreffen im Krankenhaus wurde der Mann für tot erklärt. In ersten Berichten hatte es geheißen, der Deutsche sei erst im Krankenhaus gestorben.

Eine drei Jahre alte Tochter erlitt eine Gehirnerschütterung und Verletzungen im Gesicht. Sie wurde nach Padua in ein Krankenhaus gebracht. Die Ehefrau, die beiden Söhne des Paares und der Gondoliere fielen ins Wasser, blieben aber unverletzt. Sie stehen unter ärztlicher Beobachtung.

Der Vaporetto-Kapitän und der Gondoliere wurden bereits von dem ermittelnden Staatsanwalt vernommen, meldete Ansa. Der Wasserbus der städtischen Verkehrsgesellschaft Actv war in Richtung Markusplatz unterwegs. Wie die Tageszeitung «Corriere della Sera» meldete, waren zum Unglückszeitpunkt drei Wasserbusse an der Rialtobrücke.

Die Touristengondeln pausierten seit 16.00 Uhr, sagte Nicola Falconi, Präsident der Gondoliere-Vereinigung, der Nachrichtenagentur Ansa. Die Aktion solle bis Sonntag dauern. Die Vereinigung wolle zudem die Familie des Opfers unterstützen, fügte Falconi hinzu. Er bot Hilfe für die Beerdigung an.

   Vertreter der Gondolieri kritisierten die große Zahl von Booten und Wasserbussen auf dem Canale Grande, der Hauptverkehrsader Venedigs. «Wir haben schon oft gesagt, dass der Verkehr zu viel und zu schnell ist, aber niemand hört auf uns», sagte der Chef der Gondolieri-Gewerkschaft, Aldo Rato, gegenüber Ansa. Fahrten mit den traditionsreichen Booten zählen zu den beliebtesten Touristenattraktionen in Venedig.

«Ich bin sehr erschüttert», sagte der venezianische Bürgermeister Giorgio Orsoni. Bei dem Unglück sei wohl auch Schicksal im Spiel gewesen, aber eine bessere Regelung des Verkehrs müsse in Angriff genommen werden, fügte er hinzu.

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