16. April 2012

Ein Toter nach Explosion von Mehrfamilienhaus gefunden

Zerbst (dpa) - Nach der Explosion eines Mehrfamilienhauses in Sachsen-Anhalt haben Einsatzkräfte am Montagabend die Leiche eines Mannes in den Trümmern gefunden. Vermutlich handelt es sich um einen 53-jährigen Mieter des Hauses in Zerbst (Landkreis Anhalt-Bitterfeld).

Explosion in Zerbst
Ein dreistöckiges Mehrfamilienhaus ist in Zerbst bei einer Explosion zerstört worden. Foto: Jens Wolf
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Explosion in Zerbst
Feuerwehrmänner suchen in den Trümmern einer Hausexplosion in Zerbst (Kreis Anhalt-Bitterfeld) nach einem Vermissten. Foto: Jens Wolf
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Wrack
Geparkte Autos wurden von Trümmerteilen regelrecht zerquetscht. Foto: Jens Wolf
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Helfer
Helfer von Feuerwehr, Polizei, Technischem Hilfswerk gruben sie sich mit bloßen Händen durch das gewaltige Trümmerfeld. Foto: Jens Wolf
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Trümmerhagel
Mindestens zehn Wagen wurden beschädigt, einer vollkommen zertrümmert. Foto: Jens Wolf
dpa
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Der war seit der schweren Explosion am frühen Morgen vermisst worden. «Die Ermittlungen zur zweifelsfreien Klärung der Identität des Toten dauern an», teilte die Polizei abends weiter mit. Sprecher Ralf Moritz sagte, es dürften nach den aktuellen Ermittlung wohl keine weiteren Opfer in den Trümmern verschüttet sein. Die Ermittler suchen weiter nach Gründen für die Explosion. Die Rettungskräfte hatten bei Beginn des Einsatzes in der Nacht Gas gerochen. Auch andere Häuser und mehrere Autos wurden zum Teil schwer beschädigt.

Eine vierköpfige Familie, die in einem benachbarten Gebäude wohnte, konnte sich den Angaben zufolge bei der Explosion gegen 2.43 Uhr noch rechtzeitig selbst in Sicherheit bringen. Kriminalisten sicherten am Ort Spuren, um die Ursache der Explosion herauszufinden, etwa ob möglicherweise eine defekte oder manipulierte Gasleitung das Unglück ausgelöst hat.

Einsatzkräfte der Feuerwehr, Polizei, des Technischen Hilfswerkes (THW), des Deutschen Roten Kreuzes und weitere Helfer suchten nachts und tags nach möglichen Verschütteten. Mit bloßen Händen gruben sich die Retter durch das gewaltige Trümmerfeld. Auch Spürhunde waren im Einsatz. Anwohner standen fassungslos und geschockt auf der Nebenstraße, die parallel zur alten Stadtmauer der rund 24 000 Einwohner zählenden Kommune verläuft.

Etliche Wohnhäuser wurden durch die Wucht der Detonation beschädigt, Fenster aus dem Mauerwerk gedrückt und Dachziegel auf die Straße geschleudert. Mindestens zehn Autos wurden laut Polizei beschädigt, einer vollkommen zertrümmert. Das Ausmaß der Schäden lasse sich noch nicht beziffern, hieß es. Von einem Fotogeschäft neben dem explodierten Haus waren nur noch die Grundmauern zu sehen.

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