20. Juli 2013

Erste Haftstrafen nach «Costa-Concordia»-Unglück

Grosseto (dpa) - Eineinhalb Jahre nach dem Unglück der «Costa Concordia» hat ein Richter erste Strafen wegen fahrlässiger Tötung gegen fünf Angestellte der Reederei verhängt.

«Costa Concordia»
Die «Costa Concordia» war im Januar 2012 vor der toskanischen Insel Giglio auf einen Felsen gefahren und gekentert. 32 Menschen starben. Unter den Toten waren auch zwölf Deutsche. Foto: Enzo Russo
dpa

Vier Crewmitglieder und ein Manager des Kreuzfahrtunternehmens Costa Crociere erhielten am Samstag im italienischen Grosseto Haftstrafen zwischen 1,5 und knapp 3 Jahren. Damit ist Kapitän Francesco Schettino der einzige, der noch angeklagt ist. Er muss sich unter anderem wegen mehrfacher fahrlässiger Tötung und Körperverletzung sowie Verlassen des Schiffs verantworten.

Der Krisenmanager der Reederei, Roberto Ferrarini, wurde zu zwei Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt. Er habe zunächst versucht, den Ansehensverlust seines Unternehmens zu minimieren und infolgedessen den Rettungseinsatz verzögert. Schettinos Stellvertreter und erster Offizier an Bord des Kreuzfahrtschiffes, Ciro Ambrosio, erhielt eine Haftstrafe von 2,5 Jahren. Drei weitere Crewmitglieder bekamen 23, 20 und 18 Monate Haft.

Die fünf Männer hatten ihre Schuld zugegeben, um die Strafen zu vermindern. Nach einer Einigung zwischen Anklagevertreter und Verteidigung wurden sie daher ohne Prozess verurteilt.

Bei der Haverie des Kreuzfahrtschiffes «Costa Concordia» im Januar 2012 waren 32 Menschen gestorben und über 100 verletzt worden. Das Schiff war zu nahe an die italienische Insel Giglio herangefahren und gekentert.

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