18. Januar 2013

Flut in Jakarta: 100 000 warten auf Rettung

Jakarta (dpa) - Fluten in Indonesiens Hauptstadt: In Jakarta steht das Wasser in Häusern und Straßen, das Verkehrschaos ist komplett. Zehntausende sind betroffen, auch der Präsident.

Kampf mit den Fluten
Tagelanger heftiger Regen hat ganze Stadtteile in Jakarta überschwemmt. Foto: Bagus Indahono
dpa
> zur Bildergalerie
Überschwemmter Platz
Die wenigen Flutkanäle sind völlig unzureichend und können die Wassermassen nicht bewältigen. Foto: Bagus Indahono
dpa
> zur Bildergalerie
Hilfesuchende
Der Monsun hat Jakarta wieder schwer erwischt. Das halbe Stadtgebiet ist überschwemmt, Zehntausende sind betroffen. Foto: Bagus Indahono
dpa
> zur Bildergalerie
Präsident
Präsident Susilo Bambang Yudhoyono nahm die Überschwemmung an seinem Amtssitz mit hochgekrempelten Hosenbeinen in Augenschein, die das Fernsehen zeigte. Foto: Dudi Anung / Indonesian Presidential Palace
dpa
> zur Bildergalerie
Busse
Der Verkehr ist zum Erliegen gekommen. Foto: Bagus Indahono
dpa
> zur Bildergalerie

Die indonesische Millionenmetropole Jakarta hat nach schweren Monsunregen halb unter Wasser gestanden. Etwa 100 000 Menschen waren betroffen, der Verkehr im Geschäftszentrum des Riesenlandes kam zum Erliegen. Mindestens neun Menschen kamen nach Feuerwehrangaben ums Leben. Weil das Wasser entlang der Flüsse und Kanäle so schnell stieg, mussten viele Einwohner auf Dächer flüchten und auf Rettung warten. Die Behörden warnten, es komme noch schlimmer.

Etwa 40 Prozent von Jakarta mit rund zehn Millionen Einwohnern liegen unter dem Meeresspiegel. In der Regenzeit treten die umliegenden Flüsse regelmäßig über die Ufer. Die wenigen Flutkanäle sind völlig unzureichend.

«Unsere Karten zeigen, dass 50 Prozent des Stadtgebiets überflutet sind, zwischen 25 Zentimetern und vier Metern», sagte Johan Freddy von der Katastrophenschutzbehörde. Mehr als 10 000 Menschen waren bereits auf der Flucht.

Mehrere Menschen kamen durch Stromschläge ums Leben, sagte ein Feuerwehrsprecher Lokalreportern, einige Ältere und Kranke starben, weil sie wegen des Hochwassers nicht schnell genug behandelt werden konnten. Der Katastrophenschutz drängte 100 000 Menschen, Notunterkünfte aufzusuchen, doch wollten viele ihr Hab und Gut aus Angst vor Plünderungen nicht allein lassen.

Präsident Susilo Bambang Yudhoyono nahm die Überschwemmung an seinem Amtssitz mit hochgekrempelten Hosenbeinen in Augenschein, wie Fernsehsender zeigten.

Im Jahr 2007 kamen bei Überschwemmungen 57 Menschen ums Leben, 400 000 mussten ihre Häuser verlassen. Der Schaden wurde auf mehr als eine halbe Milliarde Euro geschätzt.

Weitere Artikel aus diesem Ressort