26. September 2013

Gericht bestätigt 50 Jahre Gefängnis für Ex-Diktator Taylor

Leidschendam (dpa) - Der ehemalige Präsident von Liberia, Charles Taylor, ist endgültig zu 50 Jahren Gefängnis verurteilt worden.

Taylor
Charles Taylor war von August 1997 bis August 2003 Präsident von Liberia. Foto: Koen Van Weel
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Präsident
Taylor war von August 1997 bis August 2003 Präsident von Liberia. Foto: Str/Archiv
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Diamanten
Taylors Ziel war es, die Kontrolle über die Diamantenminen in Sierra Leone zu erlangen und durch den Handel mit den sogenannten Blutdiamanten seinen eigenen Krieg zu finanzieren. Foto: Ridley
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Kriegsopfer in Sierra Leone
Ein Opfer der von Charles Taylor unterstützten Rebellen in Sierra Leone zeigt seinen Armstumpf. Foto: Ulrike Koltermann
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Sondertribunal
Das Sondertribunal für Sierra Leone wurde 2002 von den Vereinten Nationen und der Regierung von Sierra Leone eingerichtet. Foto: Koen Van Weel
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Das Sondertribunal zu Sierra Leone bestätigte am Donnerstag in Leidschendam bei Den Haag im Berufungsverfahren das Urteil im «Blutdiamanten-Prozess» von 2012. Der 65-Jährige wurde als erstes ehemaliges Staatsoberhaupt nach den Nürnberger Prozessen für Anstiftung und Beihilfe zu Kriegsverbrechen verurteilt.

Taylor ist nach dem Spruch der Richter mitverantwortlich für tausendfachen Mord, Folterungen und Vergewaltigungen. Der Ex-Präsident von Liberia hatte von 1998 bis 2001 Rebellen im Nachbarland Sierra Leone im Tausch für Diamanten mit Waffen beliefert.

Die Berufungsrichter wiesen alle Einwände der Verteidigung zurück. Auch die Anklage hatte Berufung eingelegt und 80 Jahre Haft gefordert. Auch das wurde zurückgewiesen. Der Ex-Diktator des westafrikanischen Landes muss seine Strafe voraussichtlich in einem britischen Gefängnis verbüßen.

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