15. Januar 2013

Immer mehr US-Soldaten nehmen sich das Leben

Washington (dpa) - In den US-Streitkräften kommen mehr Soldaten durch Selbstmord ums Leben als durch Kampfhandlungen. Wie Pentagonsprecherin Cynthia Smith mitteilte, nahmen sich im vergangenen Jahr 349 Soldaten aller Waffengattungen das Leben.

Internationaler Flughafen Kabul
Viele Soldaten sterben erst lange, nachdem sie Afghanistan verlassen haben. Foto: Oliver Lang/Archiv
dpa

Dagegen starben im gleichen Zeitraum 229 Soldaten und Soldatinnen bei Einsätzen in Afghanistan, wie die «Washington Post» berichtete.

Zugleich steigt die Zahl der Suizide in der Truppe: Noch 2011 suchten 301 Soldaten den Freitod, ein Jahr zuvor 295. Besonders hoch sei der Anstieg bei den Marines gewesen, hier sei die Zahl der Selbstmorde in den vergangenen zwei Jahren um rund 50 Prozent auf 48 angestiegen, schreibt die Zeitung am Dienstag weiter. Zwar liege die Selbstmordquote in der Truppe nach wie vor leicht unter den Zahlen der Gesamtbevölkerung, dennoch sei die Pentagonführung alarmiert.

Verteidigungsminister Leon Panetta hatte bereits vor Monaten von «einer der komplexesten und dringlichsten Problemen» der Streitkräfte gesprochen. Es müsse ein Klima geschaffen werden, das psychisch bedrängten Soldaten Hilfe biete, forderte der Minister.

Bereits in den vergangenen Jahren wurden Telefon-Hotlines für hilfesuchende Soldaten eingerichtet. Es sei auch mehr psychologisch geschultes Personal eingestellt worden, hieß es. Als weitere Maßnahmen habe die Armee langfristige Studien über das psychologische Befinden von Soldaten begonnen.

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