25. Dezember 2012

Indiens Premier ruft nach Protesten zur Ruhe auf

Neu Delhi (dpa) - Nach gewalttätigen Protesten in der indischen Hauptstadt Neu Delhi hat Premierminister Manmohan Singh die Menschen am Montag zur Ruhe aufgerufen. Die Zahl der Verletzten bei den Auseinandersetzungen im Regierungsviertel stieg auf 143.

Studentinnen protestieren
Indische Studentinnen gehen trotz der gewaltsamen Auseinandersetzungen mit der Polizei erneut gegen Vergewaltiger auf die Straße. Foto: Sanjeev Gupta
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Protest in Neu-Delhi
Protest in Neu-Delhi: Irgendwo in dieser Menge von Polizisten muss ein Demonstrant verborgen sein. Foto: Anindito Mukherjee
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Tränengasschwaden
Tränengasschwaden hängen über den Demonstranten in Neu-Delhi. Foto: Harish Tyagi
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Wütende Menge
Eine wütende Menge wird in Neu-Delhi von Polizisten umzingelt. Foto: Harish Tyagi
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Polizisten mit Knüppeln
Tagelang litten Frauen in Indien mit einer 23-Jährigen, die von mehreren Männern vergewaltigt worden ist. Nun kämpfen sie lautstark für mehr Rechte und Sicherheit. Foto: Anindito Mukherjee
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Auslöser der Demonstrationen war die Gruppenvergewaltigung einer jungen Frau in einem Bus vor rund einer Woche gewesen.

«Es gibt aufrichtige und gerechtfertigte Wut und Angst wegen des grauenhaften Verbrechens», sagte Singh in einer Fernsehansprache. Zugleich forderte er, der Ärger dürfe nicht in Gewalt umschlagen. «Ich appelliere an alle besorgten Bürger, Ruhe und Frieden zu bewahren.» Er versicherte, es werde alles Erdenkliche getan, um Schutz und Sicherheit für Frauen im Land zu gewährleisten.

Tausende Menschen, darunter zahlreiche junge Frauen, waren nach der Vergewaltigung der 23-Jährigen durch sechs Männer tagelang für mehr Sicherheit auf die Straßen gegangen. Sie forderten mehr Polizeipräsenz und schnellere Gerichtsverfahren bei Sexualstraftaten. Viele verlangten auch die Kastration oder die Todesstrafe für Vergewaltiger. Demonstrationen hatte es nicht nur in der Hauptstadt, sondern auch in anderen Städten des Landes gegeben.

Am Montag gingen die Proteste trotz eines Demonstrationsverbots im Regierungsviertel von Neu Delhi weiter. Neun Metro-Stationen blieben geschlossen, berichtete die Nachrichtenagentur IANS. Das Treffen von Singh mit Russlands Präsident Wladimir Putin wurde wegen der Proteste vom repräsentativen Hyderabad-Haus in die offizielle Residenz des Premierministers verlegt.

Als eine Kundgebung in der Hauptstadt Neu Delhi am Sonntagnachmittag in Gewalt umschlug, seien 65 Demonstranten und 78 Polizisten verletzt worden, sagte ein Polizeisprecher am Montag. Ein Beamter lag am Montag noch auf der Intensivstation.

Statement des PMs

Statement des Innenministers

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